Vergulachts untugendhaftes Verhalten

Untugendhaft verhält sich beispielsweise Vergulacht, der die Angreifer nicht davon abhält, Gawan und Königin Antikonie anzugreifen, sondern sie sogar auch noch dazu ermutigt, weiter zu kämpfen. Wolfram selbst bewertet diese Handlung als charakterlos und gibt an, dass sich Vergulacht mit seinem Tun „vor seinem edlen, wehrhaften Gast erniedrigte“ (VIII, S. 697). Daher eilt ihm der Landgraf Kingrimursel auch zur Hilfe, da er ihm sein Ehrenwort gegeben hat, „er solle unbehelligt bleiben bis zu dem Augenblick, da er selbst und allein ihn im Zweikampf bedrängen würde“ (VIII, S. 699).

Die Unehrenhaftigkeit des Königs Vergulacht geht nun so weit, dass er die Meute auf die beiden Ritter hetzen will. Doch diese weigern sich und erinnern den König daran, dass der eine „Mann Euer Blutsverwandter [ist], und der, den Ihr befehdet [...] unter seinem Schutz“ (VIII, S. 701) steht: „Erschlagt ihr Euren Gast, so ist Euer Ansehen in der Welt dahin, und ihr habt die Last der Schande zu tragen.“ (VIII, S. 701).

Vergulacht bringt auch seine Schwester rücksichtslos in Gefahr. Damit macht er sich schweren Unrechts schuldig, denn ein solches Versprechen, wie Kingrimursel Gawan gegeben hat, war damals eine rechtsgültige Abmachung. Obwohl Vergulacht äußerlich eine schöne Erscheinung ist, wird sein eigentlich „lauterer Charakter durch die Bosheit anderer mißleitet“ (VIII, S. 683).

Sein...

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