Die ritterliche Tugend

Das Verhalten der Ritter war im Mittelalter streng nach einem festgelegten Codex strukturiert und organisiert. Dennoch stammen viele Vorstellungen dieser ritterlicher Tugenden hauptsächlich aus den Werken des Franzosen Chrétien de Troyes. Wolfram stellt grundlegend fest: „Jeder Ritter besitzt zwei kostbare Güter: Ehrgefühl und Treue. Sie sind seit eh und je Grundlage ritterlichen Ruhms.“ (VI, S. 547). Dies sind die beiden wichtigsten Tugenden der Ritter der damaligen Zeit.

Das Wort Tugend wird vom deutschen Wort „taugen“ abgeleitet und kennzeichnet die Vorzüge einer Person und ihre tüchtige Arbeitsmoral. Man gebraucht heute das Wort für Handlungen oder außergewöhnliche Charaktereigenschaften eines Menschen, die aus gesellschaftlicher Sicht vorbildlich sind und das Zusammenleben der Menschen fördern.

Viele der Menschen, auf die Parzival trifft, schließen von seinem Äußeren auf seine Tugend. Als er das erste Mal auf seine Cousine Sigune trifft, so sagt sie ihm: „du hâst tugent“ (III, S. 238). Im Althochdeutschen bedeutete dies so viel wie Brauchbarkeit od...

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