Die Sage von König Artus und der Tafelrunde

Historische Hintergründe der Figur des Königs Artus

Obwohl die Lebenszeit des Königs Artus auf die Zeit um 500 nach Christus angesetzt wird, sind keine literarischen Quellen zu finden, die in dieser Zeit einen König mit einem solchen Namen bezeugen. Der einzige überlieferte Herrscher, der im 5. Jahrhundert als Anführer der Romano-Briten die Schlacht von Mons Badonicus gegen die Angelachsen gewann, nannte sich mit römischen Namen Ambrosius Aurelianus. Über sein Leben ist kaum etwas bekannt, da kaum noch überlieferte Textzeugnisse für Britannien aus der Zeit zwischen 400 und 600 nach Christus zur Verfügung stehen. Ambrosius Aurelianus wird von dem Geschichtsschreiber Gildas im 6. Jahrhundert in dem in Latein verfassten Werk namens „De excidio et conquestu Brittaniae“ erwähnt.

Erst sehr viel später erscheint die Figur des Artus in den Werken, die sich mit der Geschichte Britanniens auseinandersetzen. Die früheste historische Quelle, die die Figur Artus als einen britischen Heerführer um 500 nach Christus erwähnt, ist die „Historia Brittonum“, die kurz nach 820 n.Chr. verfasst wurde. Die älteste Überlieferung einer ausführlichen Artusgeschichte stammt aus dem Werk „Historia Regum Britanniae“, das um 1135 von dem britischen Geistlichen und Gelehrten Geoffrey von Monmouth (circa 1100-1154) verfasst wurde. Zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert findet sich diese literarische Figur vor allem in der französischen Literatur und wurde ein zentrales Element vieler höfischer Versepen oder Romane. Diese Art der Literatur wurde daher als Artusepik bezeichnet. Sie übte einen großen Einfluss auf die Literatur Europas aus.

Die literarische Figur des Königs Artus

König Artus ist eine mythische Gestalt, die in Europa im Mittelalter in vielen verschiedenen literarischen Texten auftaucht. Die frühesten Überlieferungen stammen aus dem 9. Jahrhundert und beschreiben ihn als einen König, der in Britannien herrschte und in der Zeit um 500 nach Christus das Land gegen verschiedene Eindringlinge verteidigte.

Diese sagenhaften Erzählungen wurden von Autoren seit dem 12. Jahrhundert immer wieder aufgenommen und in vielfältiger Weise ausgestaltet. Heute geht man in der Wissenschaft davon aus, dass die Figur des Königs Artus nicht real existierte und daher eher als eine mythologische Figur der Geschichte Britanniens charakterisiert werden muss.

König Artus wird nicht nur mit der Tafelrunde in Verbindung gebracht. Er ist derjenige, der es schafft, das Schwert Caliburn aus einem Stein zu ziehen, um sich so als der rechtmäßige König Britanniens zu erweisen. Dieses Schwert ist von dem mythischen Zauberer Merlin in den Stein hineingetrieben worden, und zwar mit der Ankündigung, dass nur der zukünftige Herrscher es herausziehen kann. Als es zerbricht, erhält Artus von der Herrin vom See das sagenumwobene Schwert Excalibur, das seinem Besitzer übermenschliche Kräfte verleiht. Richard Löwenherz nutzte später diese Geschichten um Artus und behauptete, selbst Excalibur zu besitzen. Auch dieser literarische Stoff wurde vielfach rezipiert und wieder aufgenommen.

Das Motiv der Tafelrunde

Erstmals in dem Werk „Roman de Brut“ von (Robert) Wace erscheint 1155 das Motiv der sagenumwobenen Tafelrunde von König Artus. Es handelt sich hierbei um einen runden Tisch, an dem jeder der Ritter seinen Platz findet, ohne dass jemand den besten Platz haben kann: „Das war so üblich bei den Rittern der Tafelrunde; ihre Regeln besagten nämlich, niemand dürfe einen besonderen Ehrenplatz beanspruchen, und so waren alle Sitze gleich“ (VI, S. 525-527). Diese Idee ist damit bereits durch demokratische Züge in einer eigentlich feudal geprägten Gesellschaft gekennzeichnet. Damit ist es ein außergewöhnliches Motiv im Mittelalter. Allerdings muss angemerkt werden, dass der König seinen Status dadurch behauptete, dass er nicht an dieser Tafel Platz nahm. Bei der Ernennung Parzivals zum Ritter der Tafelrunde speist er daher zusammen mit Frau Cunneware von Laland an einem...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen