Entwicklungsroman

Mit dem Begriff Entwicklungsroman werden solche Romane bezeichnet, die die geistige und seelische Entwicklung der Hauptfigur veranschaulichen. Dafür muss diese verschiedene prägende Erfahrungen sammeln, die dem Leser vor Augen führen, warum sich die Figur schließlich weiterentwickelt. Dabei geht es vor allem um die innere Weiterentwicklung, in deren Interesse die Hauptfigur ihre eigenen Handlungen kritisch reflektieren und aus dem Erlebten wichtige Schlüsse für ihr zukünftiges Verhalten ziehen muss. Am Ende des Romans erweist sich die Hauptfigur dann in der Regel als geläutert und weiterentwickelt. Sie hat ihre falschen Ziele verworfen und die Fehler der Vergangenheit überwunden.

Im Mittelalter gab es das sogenannte Aetates-Modell, bei dem das Leben eines Menschen in einem biografisch konzipierten Werk in sechs verschiedene Phasen eingeteilt wurde.

1) infantia (lat. für Kindheit): Diese Lebensphase beschreibt den Menschen als ein zahnloses Wesen, das noch von anderen Menschen abhängig ist, um überleben zu können. Dies ist die Zeit, in der Parzival fernab von der Zivilisation im Wald nur von seiner Mutter Herzeloyde großgezogen wird. Sie verschweigt ihm aus Fürsorge viele wichtige Dinge, die für seine geistige Entwicklung wichtig wären, sodass sich bei dem Jungen bis ins jugendliche Alter hinein nur eine sehr eingeschränkte geistige Entwicklung vollzieht. Diese betrifft sowohl sein beschränktes Gottesbild als auch sein Allgemeinwissen und, damit verbunden, seine Verhaltensweisen. Gleichzeitig muss er seiner Mutter als Ersatz für seinen verstorbene...

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