Die Medien

Die Medien spielen in „Tauben im Gras“ eine große Rolle, nicht nur durch die eingebauten Schlagzeilen, sondern auch als Thema.

Philipp verweigert sich dem Angebot, für Alexander ein Drehbuch zu schreiben. Er meint, dass Heimatfilme, wie sie nach dem Krieg gedreht werden, die Leute belügen und betrügen. Die zahlreichen Serienfertigungen von neuen Filmen nach dem gleichen Modell wie „Die Liebe des Erzherzogs“ zeigten Illusionen und nicht die Wahrheit. Diese Filme schildern nicht die Wirklichkeit und die echten Gefühle, sondern bieten sentimentale Unterhaltung und lassen die Zuschauer den Alltag und die Leiden des Krieges vergessen. Sie entsprechen den einfachen Bedürfnissen des damaligen deutschen Massenpublikums. Dieser Spielfilmtypus bietet auf triviale Weise Trost, dient der Verdrängung und vermeidet die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit.

Die vier Jugendlichen Schorschi, Bene, Kare und Sepp sind ein gutes Beispiel von Zuschauern, die sich der Realität nicht stellen wollen und die Traumwelt des Kinos vorziehen. Schon morgens vertreiben sich die jungen Männer die Zeit im Kino mit dem Film „Der letzte Bandit“, einem Kassenschläger. Sie sind sozial desorientiert und bereit, sich von jeder noch so dummen oder gewalttätigen Heldenfigur mitreißen zu lassen und dafür auch zu sterben.

Die Ideologie der vergangenen Naziherrschaft ist noch immer in de...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen