Faschismus, Rassismus, Antisemitismus

Die umfangreichen nationalsozialistischen Erziehungs- und Propagandasysteme haben bei vielen Deutschen zu einer hohen Identifikation mit der NS-Ideologie geführt. Nach der Niederlage und dem Ende des Krieges herrscht in der Bevölkerung weniger das Gefühl der Befreiung als der Eindruck des Zusammenbruchs. Koeppen macht im Roman den Faschismus zum Thema. Immer wieder kommen Bemerkungen über die Hitlerzeit oder über die Auswirkungen des Dritten Reiches vor. Beispielsweise meint der italienische Kneipenbesitzer, Hitler habe recht gehabt und sei ein großer Mann gewesen (S.191). Doktor Behude, als er mit einem alten Nazi spricht, denkt für sich, dass die Nazis wieder Oberwasser hätten, es treibe sie nach oben (S.188). In der Kneipe prahlen alte Soldaten mit ihren Kriegstaten und rühmen die Disziplin bei der SS. Die Marschmusik erinnert sie an die glorreichen und siegreichen Feldzüge. Sie trinken Bier und versuchen zu vergessen, dass sie den Krieg verloren haben. Die Bräuhausgäste haben eine nationalsozialistische Weltanschauung (S.64, 73, 86, 208). Am Ende des Romans schlägt die bierselige Stimmung in handfeste Gewalt um, die an die Reichskristallnacht erinnert.

Der Rassengedanke findet sich in der Denkweise der Romanfiguren immer noch wieder, und der Rassismus kommt als Thema in dem Roman sehr häufig vor.
Emilia richtet in ihrer Verzweiflung ihren Hass gegen andere Menschen und sucht nach Schuldigen für ihre missliche Lage: ihren Mann, ihren Vater, der nationalsozialistischer Gesinnung war, die Nazis ... Sie verurteilt die nationalsozialistische Ideologie nicht. Das NS-Regime hat nur...

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