Rezension

Der Jugendroman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf ist 2010 im Rowohlt Verlag erschienen. „Tschick“ ist ein mehrfach ausgezeichneter Roman, der 2011 den Jugendliteraturpreis gewonnen hat. Er wurde in die Spiegel-Bestsellerliste aufgenommen, wo er sich auch lange oben hielt. 2011 erhielt das Buch auch den Heidelberger Clemens Brentano Förderpreis für Literatur. 

Das Buch handelt von zwei Jugendlichen namens Maik und Tschick. Die Geschichte wird von Maik Klingenberg erzählt, 14 Jahre alt, Schüler in einem Berliner Gymnasium. Maik kommt aus einer wohlhabenden Familie. Seine Mutter ist Alkoholikerin. Sein Vater ist Bauunternehmer, der vor dem Bankrott steht und hat eine Affäre mit seiner Assistentin hat. Maik ist ist ein mittelmäßiger, unauffälliger Schüler. Er stellt sich selbst als Verlierer, vor allem bei den Mädchen, dar. Er ist in Tatjana, ein Mädchen aus seiner Klasse, verliebt. 

Er hat ein riesiges Bild für Tatjana mit dem Motiv ihrer Lieblingssängerin Beyoncé als Geburtstagsgeschenk gezeichnet. Am letzten Tag des Schuljahres bekommt er leider keine Einladung zu Tatjanas Geburtagsfeier. Ein weiterer Schock wartet auf ihn, als er nach Hause kommt. Seine Mutter verabschiedet sich zur „Beautyfarm”, die eigentlich eine Entzugsklinik ist. Fünf Minuten nach ihrer Abreise verkündet sein Vater, er müsse dringend auf eine unvorhergesehene Geschäftsreise. Maik soll die ersten zwei Wochen der Sommerferien allein verbringen. Sein Vater gibt ihm 200 Euro. Notfalls könne er anrufen.

Tschick, eigentlich Andreij Tschichatschow, entstammt einer Aussiedlerfamilie aus Russland. Er ist seit vier Jahren in Deutschland und hat es irgendwie von der Gesamtschule aufs Gymnasium geschafft. Er hat mongolische Gesichtszüge. Er spricht nicht viel. Er betrinkt sich einmal die Woche, und seine Schulleistungen schwanken viel. Er kommt nach den Osterferien in Maiks Klasse.

Die beiden Jugendlichen sind von ihrer Herkunft her sehr unterschiedlich, aber sie sind beide Außenseiter. Als Tschick Maik besucht, freunden sich die zwei Jungen an. Tschick überredet Maik, seinen Großvater in der Walachei zu besuchen. Sie haben keine Ahnung, wo das genau liegt, und fahren mit einem geklauten hellblauen Lada, ohne Plan und mit wenig Proviant, durch Ostdeutschland. Auf ihrer abenteuerlichen Reise geraten die beiden Jugendlichen in viele lustige, gefährliche, spannende und aufregende Situationen und lernen dabei eine Menge Menschen kennen.

Mir hat der Roman und Herrndorfs Schreibstil sehr gut gefallen. Es ist ein Roadmovie und gleichzeitig ein Abenteuer- und ein Heimatroman. Maik und Tschick verwirklichen den unerfüllten Traum vieler Jugendlicher, einfach mal loszuziehen, die Welt zu erobern und eigene Erfahrungen zu machen. Der Roman handelt vom Jungsein, von Freundschaft und Liebe. Das Buch ist leicht zu lesen und wirklich unterhaltsam. Ob man nun dreizehn oder dreißig ist – ich werde dieses tolle Buch allen empfehlen! Am besten, gleich damit anfangen!