„comic relief“

Shakespeare setzt in „Romeo und Julia“ gezielt komische Szenen ein, um die aufgestaute Spannung im Stück aufzulösen und anschließend einen neuen Spannungsbogen aufzubauen. Dieses sogenannte „comic relief“ ist in allen Dramen Shakespeares vorhanden.

Dabei sticht die 4.Szene im 4.Akt heraus, die zwischen zwei dramatische Szenen eingefügt ist und insgesamt zur Erzeugung eines sehr spannungsvollen Moments der Handlung vom Autor eingesetzt wird. Vor dieser Szene nimmt Julia das Schlafmittel ein, danach trauert man um die vermeintlich tote Julia. Das bedeutet, dass wir uns in einer Phase des Dramas befinden, in der die Katastrophe angebahnt wird. Mit der schlafenden Julia und dem Romeo, der glaubt, seine Geliebte sei Tod, tritt gar das retardierende Moment vor uns und der Zuschauer steht unter der Spannung, nicht wissen zu können, wie sich das Stück weiterentwickelt.

Gerade in diesem Moment bedient sich Shakespeare der Komödie, um den Druck aus der Handlung zu nehmen. In dieser Szene treten die Amme, Lady Capulet, Capulet selbst und einige Bedienstete auf, die untereinander Scherze treiben. Insgesamt ist die Szene von einer lustigen, leichten Stimmung getragen. Sie steht daher im krassen Kontrast zur eigentlichen Handlung.

Diese kurze Entlastung durch die komödiantischen Elemente wird dann in der nächsten Szene durch die Tragik gleichsam zerschmettert, denn man findet die vermeintlich tote Julia. Die Szene dient zum einen der kurzweiligen Befreiung des Publikums vom tragisc...

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