Göttliche Ordnung und Ständeordnung

Im christlich geprägten Europa des Mittelalters wird das gesellschaftliche System als von Gott gegeben betrachtet. Die Ordo[1]-Vorstellung im Mittelalter schreibt den einzelnen Ständen und gesellschaftlich Höhergestellten nicht nur Privilegien, sondern auch Verpflichtungen zu.

Diejenigen, die herrschaftliche Ämter ausüben - nicht nur der König, sondern auch die Adligen -, müssen auch über bestimmte Eigenschaften verfügen. Als vornehmste Pflichten gelten die Wahrung des Friedens und die Aufrechterhaltung der Gerechtigkeit. Aber auch die sogenannten höfischen Tugenden werden den Herrschenden abverlangt. Dazu zählen zum Beispiel Mildtätigkeit, Beständigkeit, Großzügigkeit und Frömmigkeit.

Die mittelalterliche Ständeordnung, die sich traditionell in drei Stände einteilen lässt (den Nähr-, den Wehr- und den Lehrstand) und an deren Spitze der König steht, wird als unanfechtbar angesehen. Verstöße gegen sie, beispielsweise das Streben nach einem höheren sozialen Stand, werden als ...

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