Frauenbild

Die Hexen

Im Roman erscheinen drei Hexen: Die Hexenfigur ist  im Volksglauben ein weibliches Wesen, das mit dem Teufel im Bunde steht und den Menschen mit ihren Zauberkräften Schaden zufügt. Außerdem übt sie meistens auch einen schädigenden Einfluss auf andere Menschen aus. In „Macbeth“ werden die „Unheilschwester (S.12) klassischerweise als garstig und hässlich mit stumpfen Fingern, faltigen Mündern und Bärten dargestellt. (vgl.S.12). Ihre Meisterin Hekate ist ebenfalls dem Bösen verfallen und bezeichnet sich selbst als diejenige, die „jedes Unheil wirkt und schafft“ (S.66). Diese Schilderungen hinterlassen keine besonderen angenehmen Eindrücke hinsichtlich der weiblichen Wesen.

Stellung der Frau im Mittelalter

Aussagen über die grundsätzliche Stellung der Frau im Mittelalter zu fällen, sind immer ein Stück weit pauschalisierend, da keine eindeutigen Quellen das mittelalterliche Leben der Frauen aus allen Ständen präzise belegen. Einige Aspekte lassen sich aber skizzieren.  

Das Frauenbild des Mittelalters wird in starker Weise durch die christliche Religion beeinflusst. Die meisten Bibelstellen werden wörtlich ausgelegt, so auch die Szene, in der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben werden. Eva wird als die Sündhaftere der beiden dargestellt, da sie Adam dazu verleitet hat, verbotenerweise von den Früchten des Baumes der Erkenntnis zu essen. Das biblische Verhalten Evas wird auf Frauen im Allgemeinen übertragen: Sie gelten als anfälliger für Verführungen und Sünden als Männer.

Frauen bekleiden das ganze Mittelalter hindurch einen niedrigeren sozialen Status als Männer. Sie sind in großem Maße von ihren männlichen Vertrauten abhängig: Zuerst von ihrem Vater, später von ihrem Ehemann. Eine eigenständige Existenzgründung ist für sie nicht vorgesehen. Frauen aller Stände werden schon im Alter von 12 bis 16 Jahren verheiratet. Damals hatten die Menschen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 35 bis 40 Jahren.

Die Ehe zwischen Mann und Frau fungiert im Mittelalter als wichtiger Bestandteil der göttlichen Ordnung (siehe Göttliche Ordnung), die aus pragmatischen und nicht aus romantischen Gründen geschlossen wird. Die Rollen sind eindeutig verteilt: Die Frauen sind ihrem Ehemann untertan. Der Mann ist derjenige, der gesellschaftlich eine deutl...

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