Interpretation

Die Vielfalt der Erzählung und der Charaktere von Shakespeares Drama Macbeth eröffnet eine ebenso große Deutungspalette. Unsere umfassende Interpretation befasst sich somit nicht weniger als mit sechs Haupthemen: „Ehrgeiz und Machtgier“, „Göttliche Ordnung und Ständeordnung“, „Ordnung und Chaos“, „Schicksal und freier Wille“, „Frauenbild“ und „Schuld und Reue“.

Die Untersuchung von „Ehrgeiz und Machtgier“ beschäftigt sich unter anderen mit Macbeths Streben nach Ehre und Erfolg und mit seinem Treffen mit den Hexen, aber auch mit Lady Macbeths bösartigem Unternehmen und Macbeths Sicherung der Macht und seinem Fall. Im nächsten Teil werden die göttliche Ordnung und Ständeordnung im Stück geschildert. Das nächste Element „Ordnung und Chaos“ baut diesen Aspekt noch weiter aus und erläutert die Zerstörung der Harmonie durch den Königsmord, Macbeths chaotische Herrschaft und die Wiederherstellung der Ordnung durch Macbeths Tod.

Das Gegensatzpaar „Schicksal und freier Wille“ untersucht die Rolle der drei Hexen als Verkörperung des Schicksals sowie Macbeths freien Willen und Banquos Realismus versus Macbeths Aberglauben. Das Frauenbild, das im Drama bezeichnet wird, umfasst die Hexen, nimmt aber seinen Ausgangspunkt in der Stellung der Frau im Mittelalter. Später wird die Rolle der kontrollierenden, ehrgeizigen und wagemutigen Lady Macbeth unter die Lupe genommen. Der Kapitel interessiert sich auch für die Ehebeziehung zwischen dem Lehnsmann Macduff und seiner Frau Lady Macduff, die er aus Angst verlässt, um nach England zu flüchten. Abschließend wird der Themenkomplex „Schuld und Reue“ diskutiert. Hierbei wird auf die Gefühle von Macbeth und Lady Macbeth und ihre konträre Entwicklung fokussiert.