Macbeth

Der tapfere Kämpfer

Macbeth ist ein hochrangiger schottischer Adliger, der als Than (Lehnsmann) von Glamis direkt vom König belehnt wird und ein eigenes idyllisches Schloss in Inverness besitzt. Er ist mit Lady Macbeth verheiratet, ist aber kinderlos. Außerdem führt er zusammen mit Banquo das königliche Heer an.

Zu Beginn des Dramas kann Macbeth sein kriegerisches Geschick und seine Kriegswut in einer Schlacht gegen den norwegischen König und die ihn unterstützenden schottischen Rebellen unter Beweis stellen. Ihm gelingt es, einen der Rebellen im Zweikampf zu besiegen. Bei diesem Vorfall enthüllt er allerdings bereits seine ausgesprochen blutrünstige und gewaltsame Wesensart: Er tötet seinen Kontrahenten nicht nur, sondern schlitzt ihn vom Nabel bis zum Kinn auf und lässt seinen Kopf auf die Zinnen der königlichen Burg aufspießen (vgl. S.9).

Außerdem scheint Macbeth ein unermüdlicher und ehrgeiziger Kämpfer zu sein. Selbst als der norwegische König ihn mit neuen Truppen angreift, kann er seine Kriegsanstrengung noch einmal verdoppeln und den Feind mit kanonengleicher Stärke in die Flucht schlagen (vgl. S.9). Da er in der Schlacht unter dem Banner des schottischen Königs Duncan kämpft, kann sein kriegerisches Auftreten durchaus auch als Loyalität ihm gegenüber verstanden werden.

Sein großer Einsatz in der Schlacht verschafft ihm den Status eines Günstlings bei dem König. Als dieser von seinem heldengleichen Auftreten in der kriegerischen Auseinandersetzung erfährt, ist er so gerührt, dass er Macbeth als „tapfre[n] Vetter“ und „würd[igen] Edelmann“ (S.9) bezeichnet. Noch bevor Macbeth an den Königshof zurückkehrt, beschließt Duncan, den Titel des verräterischen Thans von Cawdor auf ihn zu übertragen (vgl. S.10).

Der ehrgeizige Zweifler

Als drei Hexen Macbeth prophezeien, dass er künftig einen weiteren Titel als Lehnsmann und die Königswürde erhalten wird, stimmt ihn insbesondere der letzte Teil der Voraussage regelrecht euphorisch. Denn anders als sein Kamerad, der Kriegsführer und Lehnsmann Banquo, misst er der Begegnung mit den Schicksalsbotinnen große Bedeutung zu. Er ist nicht nur ausgesprochen neugierig, ganz genau zu erfahren, wie sich die Weissagung konkret erfüllen wird (vgl. S.14), sondern er geht auch von ihrer uneingeschränkten Realisierung aus (vgl. S.17).

Als er kurz darauf tatsächlich zum Than (Lehnsmann) von Cawdor ernannt wird, kann er seine Vorfreude kaum zügeln. Getrieben von Ehrgeiz und Mordgelüsten, spielt er bereits im ersten Akt mit dem Gedanken, Duncan zu entmachten, um seinen Platz einzunehmen (vgl. S.17). In seiner freudigen Erregung verfasst er einen Brief an Lady Macbeth, indem er sie als künftige „Teilnehmerin der Hoheit“ (S.21) bezeichnet.

Lady Macbeth hegt jedoch Zweifel an der Durchsetzungsstärke ihres Mannes. Sie traut ihm zwar Ehrgeiz zu, stellt aber gleichzeitig bei ihm einen gravierenden Mangel an Bosheit fest, die unerlässlich wäre, um tatsächlich nach der Königskrone zu greifen (vgl. S.21f.). Macbeth möge es nicht, unrechtmäßig zu handeln, so sehr ihn auch das Erreichen eines unrechten Ziels erfreuen würde (vgl. S.22). Sie will ihm den Mut dafür einflößen, sich mit gewaltsamen Mitteln die Königswürde anzueignen.

Lady Macbeths Einfluss

Lady Macbeths Gedanken sind nicht unbegründet. Sobald Macbeth auf seinem eigenen Schloss eingetroffen ist, hat er seinen zuvor gefassten Entschluss, Duncan umzubringen, schon wieder verworfen. Allerdings wird sein Zweifel vorrangig nicht dur...

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