Monologe

Definition

Bei einem Monolog handelt es sich um ein Selbstgespräch, das sich an keinen klar erkennbaren Zuhörerkreis richtet. Im übertragenen Sinne fungiert jedoch das Publikum als Adressat. Denn da ein Drama keine Erzählerinstanz enthält, ist ein Monolog die einzige Möglichkeit, die Innenwelt eines Charakters anschaulich nach draußen zu tragen.

Die Gefühle und Gedanken einer Dramenfigur können somit besser vom Publikum nachvollzogen werden. Meistens verkündet die Dramenfigur am Ende des Monologs eine neue Erkenntnis über sich selbst und ein daraus resultierendes Vorhaben. Deshalb fungieren die literarischen Selbstgespräche häufig als Wendepunkte im Drama. So verhält es sich auch bei den vier entscheidendsten Monologen in Macbeth, die im Folgenden näher betrachtet werden sollen.

Lady Macbeths Monolog

Der erste längere Monolog (vgl. S.21ff.) wird in Macbeth nicht vom Titelhelden selbst, sondern von seiner Frau gehalten. Er hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für den weiteren Verlauf des Dramas.

Aufgrund der Tatsache, dass Lady Macbeth ihren Monolog an den abwesenden Macbeth adressiert, enthüllt sie in ihm nicht nur ihre eigenen Absichten, sondern liefert auch entscheidende Hinweise zum Charakter ihres Mannes. Sie kritisiert ihn beispielsweise fortwährend für sein rechtsbewusstes Verhalten, stellt aber auch klar, wie sie diesen Mangel umgehen will: Sie will ihren eigenen Mut auf ihn übertragen (vgl. S.23).

Damit rückt die Ermordung Duncans zusehends in den Bereich des Wahrscheinlichen. Als sie in dem zweiten Teil des Monologs auch noch Morddämonen und Geister anruft, die ihr das Erbarmen und Mitleiden nehmen sollen, besteht kein Zweifel mehr daran, dass Lady Macbeth der Ermordung Duncans begierig entgegenfiebert und alles Erden...

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