Gertrudes zweifelhafte Komplizenschaft

In „Hamlet“ wird die Frage offengelassen, inwieweit Gertrude in die mörderischen Intrigen ihres neuen Ehemannes Claudius verwickelt war (s. Charakterisierungen/Gertrude). Unabhängig davon, ob sie zu Beginn des Dramas von den Vorgängen hinter den Kulissen wusste, entwickelt sie sich, ob gewollt oder nicht, zu einer bereitwilligen Komplizin in Claudius‘ intriganten Netzwerk. Auch bei ihr lässt sich ihr moralisch fragwürdiges Verhalten auf ihren Machtwillen zurückführen. Sie nimmt den Vorwurf des Inzests und den der Untreue gegenüber ihrem verstorbenen Ehemann bereitwillig in Kauf, um weiterhin die Königin Dänemarks bleiben zu können.

Anders als bei Claudius ist Gertrudes Verhalten eher passiver Natur. Sie fügt sich den intriganten Vorschlägen ihres Ehemannes. So erhebt sie keine Vorwürfe dahin gehend, dass Rosenkranz und Güldenstern zur Ausspionierung Hamlets instrumentalisiert werden, duldet, dass Polonius und Claudius ein intimes Gespräch zwischen Hamlet und Ophelia belau...

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