Die höfische Korruption

Der Satz, der die Korruption in „Hamlet“ am eingängigsten beschreibt, ist zu einem geflügelten Sprichwort geworden: „Etwas ist faul im Staate Dänemark“ (S.34). Tatsächlich ziehen sich die Themen Macht und Korruption beinahe leitmotivisch durch das gesamte Drama hindurch: Durch korruptes Verhalten wird versucht, an mehr Macht zu gelangen oder Macht zu festigen. Als leuchtendes Beispiel für machtgeleitetes und korruptes Verhalten dienen in erster Linie Claudius‘ Ermordung des alten Dänenkönigs und seine Versuche, diese zu vertuschen.

Claudius‘ machtgeleitetes Verbrechen ist aber bei weitem nicht der einzige Akt der Korruption, der im Drama thematisiert wird. Auch das moralisch fragwürdige Verhalten anderer Hofmitglieder, wie beispielsweise von Polonius und Rosenkranz und Güldenstern, wird im Dramenverlauf eingehend thematisiert. Mehrere Mitglieder der Hofgesellschaft lassen sich im Verlaufe des Dramas bereitwillig von einem Höhergestellten instrumentalisieren, um dem König zu gefallen und ihre gesellschaftliche Stellung zu behalten oder zu verbessern. Ihnen allen gerät die Einmischung in die höfischen Konflikte allerdings schließlich zum Verhängnis.

Polonius bekleidet als Oberkämmerer zwar bereits eine ausgesprochen hohe Stelle, will diese aber noch dadurch aufbessern, dass er seine Tochter Ophelia mit dem Kronprinzen Hamlet vermählt. Seine Beihilfe in Claudius‘ intriganten Plä…

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