Hamlet und der Ödipus-Komplex

Definition: Der Ödipus-Komplex

Der Begriff „Ödipus-Komplex“ wurde im Jahre 1910 vom österreichischen Neurologen Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, eingeführt. Er besagt, dass Kinder ihr andersgeschlechtliches Elternteil etwa zwischen ihrem dritten und fünften Lebensjahr sexuell begehren. Das Elternteil gleichen Geschlechts wird dann notgedrungen als Rivale empfunden, im schlimmsten Fall steigern sich die Gefühle ihm gegenüber zu abgrundtiefem Hass.

Laut Freud wird der ödipale Komplex irgendwann durch die Angst vor der Bestrafung durch das gleichgeschlechtliche Elternteil aufgelöst. Etwa ab dem fünften Lebensjahr fürchten sich die Kinder so sehr vor der Bekämpfung durch ihren vermeintlichen Rivalen, dass sie ihre sexuellen Wünsche verdrängen und ihr gleichgeschlechtliches Elternteil schließlich sogar als Vorbild idealisieren.

Theoretisch ist der Begriff des Ödipuskomplexes sowohl auf Jungen als auch auf Mädchen anwendbar, in der Praxis wird mit ihm aber bevorzugt die Beziehung zwischen Jungen und ihren Müttern beschrieben. Diese Tatsache mag darin begründet liegen, dass die Begriffsbezeichnung sich auf ein Vorbild der griechischen Mythologie zurückführen lässt: Auf den Sohn des Königs von Theben, Ödipus.

Die Geschichte von Ödipus

Ödipus ist eine Gestalt der griechischen Mythologie. Er ist ein Sohn von Laios, dem König von Theben, und Iokaste.   Er wird bereits als kleiner Junge vom Königshof seines Vaters verstoßen, weil dieser vom Delphischen Orakel erfahren hat, dass er durch die Hand seines eigenen Sohnes sterben wird.

Als Ödipus zum jungen Mann herangewachsen ist, befragt er das Delphische Orakel seinerseits nach seiner Herkunft. Er erhält keine direkte Antwort, sondern nur die unheilverheißende Aus...

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