Merkmale der Renaissance und des Humanismus im Werk

Renaissance und Humanismus

Die europäische Renaissance steht wie keine andere Kulturepoche für den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit (15./16. Jahrhundert). Wörtlich übersetzt, bedeutet der Begriff „Wiedergeburt“. Naturwissenschaftler, Gelehrte und Künstler besinnen sich auf die Werte der römischen und griechischen Antike zurück und versuchen, diese in die neuzeitliche Gegenwart zu übertragen.

Mit der Wiederentdeckung des antiken Gedankenguts geht einher, dass die Vorherrschaft des christlichen Weltbildes zurückgedrängt wird. Die Anhänger der Renaissance befürworten nicht länger ein auf das Jenseits ausgerichtetes theozentrisches Weltbild, sondern stattdessen einen im Diesseits begründeten Humanismus: Durch Bildung und Erziehung soll den Menschen die freie Entfaltung …

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Individualität und Humanismus

Shakespeares Drama „Hamlet“ ist durch die Grundbegriffe der Renaissance, des Humanismus und der Individualität geprägt. Der melancholische und selbstständige Hamlet schreitet nicht sofort zur Rache, als sein Vater ihn dazu auffordert. Stattdessen will er erst einmal herausfinden, ob sein Onkel Claudius tatsächlich schuldig ist. Um das zu überprüfen, lässt er eine Schauspieltruppe ein von ihm fingiertes Stück aufführen. Selbst dann, nachdem er den Beweis dafür erhalten hat, dass Claudius seinen Vater vergiftet hat, kann er seine Rachegefühle noch immer zurückhalten.

Als Hamlet Claudius alleine beim Beten antrifft, spielt er zwar kurz mit dem Gedanken, ihn zu erdolchen, entscheidet sich dann aber bewusst dagegen. Laut eigener Begründung will er mit seiner Rache so lange warten, bis er seine Onkel in einer sündigeren Tätigkeit antrifft (vgl. S. 100). Es ist aber zumindest vorstellbar, dass er sich an dieser Stelle im Drama noch nicht dazu durchringen kann, einen anderen Menschen zu ermorden – selbst dann nicht, wenn es sich dabei um den Mörder seines eigenen Vaters handelt.

Der…

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Anspielungen an der Antike

Ganz abgesehen von den individualistischen Aspekten des Dramas, finden sich im „Hamlet“ mehrere Anspielungen auf antike Persönlichkeiten und Staatsbegebenheiten, die ebenfalls auf eine aktive Rezeption der griechischen und römischen Antike hinweisen.

Gleich zu Beginn des Dramas vergleicht Horatio beispielsweise den Fall des Römischen Reiches, symbolisiert durch d…

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Renaissance und Reformation

Es ist sicherlich auch kein Zufall, dass der dänische Prinz Hamlet ausgerechnet in der prestigeträchtigen Universität der Stadt Wittenberg studiert. Wittenberg wird zu Shakespeares Zeit als das Zentrum der Reformation charakterisiert, da Martin Luther 1517 von dort aus seine 95 Thesen verbreitet hat.

Die Ideen der Renaissa…

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