Geist

Hamlets Vater als Geist

Der Geist verkörpert im Drama Hamlets verstorbenen und gleichnamigen Vater, der vor seinem Tod als König über Dänemark regierte. Er taucht im Stück mehrmals auf und ist dabei stets in diejenige Kriegsrüstung gekleidet (vgl. S. 9), in der er seine größten militärischen Siege errungen hat. Er tritt also in der Uniform eines Feldherrn auf, wird als „kriegerische Gestalt“ (S.9) und als „Schreckgestalt in Waffen“ beschrieben (vgl. S. 11). Er ist außerdem vollkommen blass und guckt so, als würde er stark leiden (vgl. S. 23).

Zu Beginn der Dramenhandlung ist Hamlets Vater bereits nicht mehr am Leben, er taucht also immer nur in der Gestalt des Geistes auf. Die Aussagen mehrerer Figuren können aber einen Einblick in den Charakter des früheren Königs vermitteln: Horatio bezeichnet ihn deshalb als einen tapferen Krieger, weil es ihm gelungen ist, den alten Norwegerkönig Fortinbras im Zweikampf zu besiegen (vgl. S. 10f.). Hamlet kann sich auf der ganzen Welt keinen „trefflicher[en] Monarch[en]“ (S.19) vorstellen.

Der Geist von Hamlets Vater ist den beiden Wachen Marcellus und Bernardo bereits vor Beginn des Stücks auf der Schlossterrasse in Helsingör erschienen. Er „sieht[] dem König gleich“ (S.9) bzw. ist „[g]anz die Gestalt wie der verstorbene König“ (S.9) Bei seinem ersten Auftritt schweigt der Geist. Er zeigt sich den beiden Wachen nur und verschwindet dann wieder. Die beiden Soldaten sind von dem Schreckensbild so verstört, dass sie Hamlets Studienfreund Horatio bitten, sich vor Ort selbst ein Bild von der Lage zu machen.

Horatios und Hamlets Eingreifen

Horatio hält die dritte Nacht mit Marcellus und Bernardo Wache, um das Gespenst mit eigenen Augen zu sehen. Tatsächlich erscheint der Geist in jener Nacht erneut. Obwohl der Geist Horatio „starr vor Furcht und Staunen“ (S. 9) macht, versucht er, ihn anzureden. Doch der Geist antwortet auf keine seiner Fragen und lässt sich auch mit Waffengewalt nicht davon abhalten, beim ersten Hahnenkrähen wieder zu verschwinden (vgl. S. 13).

Horatio fühlt sich dazu verpflichtet, seinem Freund Hamlet von der mysteriösen und übernatürlichen Erscheinung zu berichten. Er erzählt Hamlet, dass er den toten König „vor’ge ...

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