Zeit, Ort und Nebenhandlungen

Das Drama „Hamlet“ erfüllt das aristotelische Prinzip der drei Einheiten, nämlich Zeit, Raum und Handlung, nicht. Die Regeln einer Tragödie nach klassizistischem Muster, welche besagen, dass Zeitsprünge, Ortsveränderungen und Nebenhandlungen im Stück ausgeschlossen sind, finden in „Hamlet“ keine Berücksichtigung.

Shakespeare verstößt zuerst gegen die Einheit der Zeit. Nach klassischem Verständnis sollte sie sich auf einen Sonnenumlauf konzentrieren und Zeitsprünge vermeiden. Die Handlung in „Hamlet“ dauert nicht 24 Stunden, sondern spielt sich innerhalb mehrerer Wochen ab. Hamlet erzählt im 1.Akt, dass der König seit „[z]wie Mond’“ (S.19) tot ist. Die Akte bauen aber, zeitlich gesehen, eng aufeinander auf. Sie sind höchstens durch ein oder zwei Tage voneinander abgegrenzt.

Auch die Einheit des Ortes wird nicht beachtet. Das Rachedrama spielt zwar vorwiegend im dänischen Königsschloss Elsinore in Helsingör, ande…

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen