Szenenanalyse 3. Akt, Szene 1

Szenenexposition (S.72-74)

Die erste Szene des dritten Aktes begründet ihre Berühmtheit vor allem darauf, dass Hamlet in ihr seinen Sein-oder-Nichtsein-Monolog hält. Allerdings ist er bei weitem nicht die einzige Besonderheit der Szene. Hamlet und Ophelia werden dem Zuschauer zum ersten Mal im direkten Zusammenspiel präsentiert, Ophelia hält ihren ersten und einzigen Monolog und Claudius fürchtet sich am Szenenende davor, dass…

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Sein-oder-Nichtsein- Monolog (S.74f.)

Hamlets berühmtester Monolog wird nicht im Geheimen gehalten, sondern von Claudius, Polonius und Ophelia belauscht. Sie alle erfahren somit, dass er in Gedanken verstrickt ist, die weit über sein persönliches Geschick hinausgehen und sich mit den fundamentalen Fragen des Lebens beschäftigen: Dem Leben nach dem Tod und der Frage, ob es dem irdischen Leben vorzuziehen ist (vgl. Hamlets Monologe).

In der Art, wie Hamlet über den Tod spricht, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er mit dem Gedanken an Selbstmord spielt. Schon zu Beginn des Dramas scheint er weitestgehend mit dem irdischen Leben abgeschlossen zu haben und bedauert aufrichtig, an christliche Gebote gebunden zu sein, die den Selbstmord als gottlos verdammen: „O schmölze doch dies allzu feste Fleisch, zerging‘ und löst‘ in einem Tau sich auf. Oder hätte nicht der Ew’ge sein Gebot gericht…

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Hamlets und Ophelias Auseinandersetzung (S.75-78)

Hamlets Monolog stellt andere Vorkommnisse der Szene in den Schatten, ihre Bedeutung darf trotzdem nicht unterschlagen werden. Direkt nach seinem philosophischen Monolog stößt Ophelia zu Hamlet und zum ersten Mal kann der Zuschauer direkt beobachten, wie beide Charaktere miteinander interagieren. Als Hamlet damit beginnt, seine Geliebte scheinbar zusammenhangslos und wild zu beleidigen, stellt sich gleich die nächste Frage an das Drama: Ist Hamlets Abneigung gegenüber Ophelia echt oder will er sie aus den sich anbahnenden Intrigen heraushalten, indem er sich von ihr distanziert?

Noch bevor Ophelia zu Hamlet stößt, sieht er sie kommen und beschreibt sie im Stillen als „reizend“. Der Zuschauer könnte nun mit einiger Rechtfertigung eine romantische Szene er…

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Ophelias Monolog (S.76)

Ophelia kann Hamlets eigentliches Handlungsmotiv nicht erahnen. Seine Beleidigungen erwecken für sie den Anschein, ihren Liebhaber unwiderruflich verloren zu haben. Ophelias einziger Monolog ist äußerst kurz, aber von sta…

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Claudius‘ Verdacht und Polonius‘ neuer Plan (S.78f.)

Nach einem regelrechten Durchgang durch die Gefühlswelten von Hamlet und Ophelia ist das Szenenende, das Claudius‘ Rationalität und berechnende Art darstellt, sehr kontrastierend. Allerdings treibt …

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