Sprache

Prosa und Blankvers

„Hamlet“ besteht sowohl aus prosaischen als auch aus poetischen Abschnitten. Prosa bedeutet, dass die Figurenrede nicht durch Reim, Rhythmus oder Vers gebunden wird, sondern einer natürlichen Redeweise nahekommt. Die Abschnitte, die in Versen gesprochen werden, sind hingegen künstlicher gehalten. In „Hamlet“ ist in diesen Abschnitten der fünfhebige Jambus im Blankvers, d.h. in reimlosen Versen, vorherrschend.

Wann die Figuren im Drama in Prosa oder in Blankversen sprechen, ist nicht zufällig gewählt, sondern lässt sich auf den jeweiligen Kontext zurückführen. Die sozial höher gestellten Mitglieder der Hofgesellschaft, beispielsweise König Claudius, Königin Gertrude und der Geist des verstorbenen Königs Hamlet, reden durchgängig im Blan…

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Bildhaftigkeit und archaischer Sprachgebrauch

„Hamlet“ ist überwiegend in einem verschachtelten, hypotaktischen Satzbau und einer bildhaft verschnörkelten Sprache verfasst. Dadurch lässt sich die Bedeutung der Sätze nicht immer auf den ersten Blick verstehen.

Verständnisschwierigkeiten können auch archaische, altertümliche Wörter und Redewendungen bereiten, die der Tatsache geschuldet sind, dass das Drama bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts verfasst worden ist. Die sexuelle Beziehung zwischen König Claudius und seiner ehemaligen Schwägerin wird beispielsweise nicht „Inzest“ sondern als „Blutschand‘“ (…

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Anspielungen und Referenzen

„Hamlet“ ist außerdem voll von biblischen, historischen und mythischen Referenzen, die den modernen Lesern unter Umständen nicht mehr allzu vertraut sind. Wenn Hamlet von einem „Cherub“ (S.115) redet, wusste das elisabethanische Publikum sicherlich, dass damit ein hochrangiger Engel gemeint ist.

Vergleiche m…

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