Historischer Hintergrund

Friedrich II. und das Invalidenhaus – 1748

Uwe Timms Roman Halbschatten berichtet über Teile der deutschen Geschichte, indem er verschiedene Zeitzeugen zu Wort kommen lässt. Dabei umfasst die Darstellung insgesamt einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren und geht nicht chronologisch vor. Im Folgenden sollen die dargestellten Ereignisse der besseren Übersicht wegen, chronologisch sortiert, beschrieben werden.

Der Zeitraum der erzählten Zeit beginnt mit der Erbauung des Berliner Invalidenhauses im Jahr 1748 (S. 89). Friedrich II. ließ es für die vielen Verletzten bauen, die seine Kriege forderten. Dafür bewilligte er eine Summe von 121 000 Taler, die a…

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Schlacht bei Kunersdorf - 12. August 1759

Während des Siebenjährigen Kriegs findet am 12. August 1759 die Schlacht bei Kunersdorf statt. In einem Bericht über die Schlacht (S. 111-113) wird von dem deutschen Dichter und preußischen Offizier Ewald Christian von Kleist berichtet, der in dieser Schlacht schwer verwundet auf dem Feld zurückbleibt. Der ohnmächtige Offizier wird ausgeraubt und der Arzt, der ihn behandeln will, wi…

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Der 1. Weltkrieg 1914-1918

Die fiktive Figur im Roman Christian von Dahlem dient als Soldat im 1. Weltkrieg und wird zuerst bei der Infanterie in der Champagne (S. 25) an der Westfront eingesetzt (S. 116). Dies war die Bezeichnung für eine sich über 750 km Länge erstreckende Front, die sich vom Ärmelkanal bis an die Schweizer Grenze erstreckte.

Die Westfront bildete sich ab Oktober/November 1914 und blieb bis Ende des Kriegs weitestgehend unverändert. Dort sah er im Schützengraben, wie die Flugzeuge hoch über den Schrecken am Boden ihre Kämpfe ausfochten.…

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Der Bürgerkrieg in China 1927 – 1949

Neben der deutschen Geschichte wird auch der Bürgerkrieg in China erwähnt, in dem der fiktive deutsche Diplomat und Waffenhändler Christian von Dahlem eine Rolle spielt (S. 86). Er verkauft an die verschiedenen Kriegsparteien Waffen und wird dadurch sehr reich und…

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Margas Fliegerei 1927-1933

Das Leben der deutschen Fliegerin Marga von Etzdorf wird in Uwe Timms Roman Halbschatten in Teilen erzählt. Es beginnt mit der Information, dass ihre Eltern schon früh bei einem Autounfall verstorben sind. Zusammen mit ihrer Schwester wuchs sie dann bei Verwandten in der Lausitz und in Berlin auf. Im Gegensatz zu ihrer Schwester mochte sie das Reiten nicht, sondern interessierte sich für das Fliegen.

Eines Tages kommt ein Amerikaner am Haus der Großeltern vorbei und wird von ihnen zum Essen eingeladen. Er erzählt ihnen, wie er in Amerika in der Natur mit dem Flugzeug fliegt. Marga und ihre Schwester sind fasziniert von ihm und seinen Erzählungen. Marga wünscht sich von nun an, selbst ein Flugzeug zu besitzen. Ihr Wunsch zu fliegen, spiegelt einen wichtigen Teil der damaligen Entwicklung der Technik sowie die Emanzipation der Frauen in dieser Zeit wider.

1927 besteht die Zwanzigjährige ihre Flugausbildung und ist damit die zweite Frau nach dem 1. Weltkrieg, die eine Fluglizenz A2 erhält. Später legt sie auch die Prüfung zum B2-Schein ab. Darüber hinaus besteht sie die Prüfung zur Kunstfliegerin und wird 1928 die erste weibliche Copilotin bei der Lufthansa. 1929 erwirbt sie als erste Frau weltweit den Segelflug-C-Schein.

Es war damals sehr ungewöhnlich und fortschrittlich, dass sie als Frau so ehrgeizig ihre Ausbildung als Fliegerin vorantrieb. Gegen Ende der 1920er Jahre wurden die Frauen noch nicht einmal an der Deutschen Verkehrsfliegerschule zugelassen, sodass sie sich die notwendigen Kenntnisse für die Prüfung zum B2-Schein selbst aneignen mussten.

Margas kauft sich 1930 mit Unterst…

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Heydrichs Gegnerkartei und Tod - ab 1930 bis 1945

Reinhard Heydrich begann bereits während seiner Münchner Dienstzeit Anfang der 1930er Jahre mit dem Anlegen einer Kartei, in der alle Personen verzeichnet wurden, die bei der Gestapo unter Beobachtung standen. Im Roman wird sie von ihm als die „Gegnerkartei“ (S. 33) bezeichnet, der offizielle Name lautet A-Kartei. Für Heydrich ist sie eine Sammlung von Wankelmut, verborgenen Lüsten, Lügen und Verrat (S. 33). Schon wer mit Zweifeln auffällt, wird darin verzeichnet und unter Druck gesetzt. Heydrich arbeitet daran zuerst in der Parteizentrale, ab 1931 dann in einem eigenen Büro in der Türkenstraße 23 in München (S. 33). Im Laufe der Zeit wird er Chef des Reichssicherheitshauptamts und ist aufgrund seiner Unbarmherzigkeit gefürchtet. …

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Deutsch- Sowjetischer Krieg 1941-1945

Die Schrecken des 2. Weltkriegs werden anhand der persönlichen Erlebnisse einiger Figuren dargestellt. Um 1940 herum waren die Deutschen sehr siegessicher und starteten unter anderem den Deutsch-Sowjetischen Krieg, der von 1941 bis 1945 dauerte.

Anton Miller, der als Unterhalter auf den Gesellschaften ranghoher Nazis …

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Das Siedungsprogramm der Nazis und die Flüchtlinge 1939 - 1945

Deutschland wollte seine Gebiete im 2. Weltkrieg um den sogenannten Lebensraum im Osten erweitern. Es handelt sich dabei um einen politischen Begriff, der die Besiedlung von Gebieten außerhalb der deutschen Grenzen in Mittel- und Osteuropa zusammenfasst. Die eigentliche Erweiterungsbewegung stammt aus der Zeit des Wilhelminischen Kaiserreichs und wurde aber 1933 von den Nationalsozialisten fortgeführ…

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Schlacht um Berlin - 16. April bis 2. Mai 1945

Auf dem Berliner Invalidenfriedhof sind viele Tote begraben, die bei der Schlacht um Berlin gestorben sind. Der Ort selbst war Schauplatz heftiger Kampfhandlungen, von denen immer noch Einschusslöcher und Zerstörungen an den Statuen zeugen. Zivilisten und Soldaten berichten von den schweren Kämpfen in Berlin und ihrem von Furcht erfüllten …

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Fall der Mauer - 1989

Der Invalidenfriedhof wurde bei der Teilung Deutschlands im Jahr 1961 zum militärischen Sperrgebiet erklärt, denn die Mauer, die Ost und West trennte, verlief am Ufer des Kanals. Für ein freies Schussfeld wurden Grabste…

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Das Leben des Erzählers

Obwohl die Erzählung sich hauptsächlich um die deutsche Geschichte und das Leben von Marga von Etzdorf dreht, wird auch ein Erlebnis des Erzählers eingeflochten. Er berichtet dem Grauen davon, wie er während der Vorbereitungen auf eine Prüfung in Berlin eine visuelle Vision hatte: Er fühlte sich plötzlich in die Zeit des 2. Weltkriegs versetzt, was die Folge seiner Erlebnisse als Kind in Coburg war (S. 93). Er sah einen Aufmarsch von Soldaten am Brandenburger Tor und emp…

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