Kochkunst und Geschmacksverlust

Essen und Genuss

Essen durchzieht Die Entdeckung der Currywurst als Leitmotiv. Bereits für den Ich-Erzähler sind die Erinnerungen an seine Kindheit untrennbar damit verbunden, „wie ich mit meinem Onkel Heinz […] die erste Currywurst an ihrem [Lena Brückers] Stand gegessen habe“ (S. 58).

Außerdem dominiert der Genuss von Essbarem die Gesprächssituation der Rahmenhandlung. Der Ich-Erzähler isst mit der alten Frau Brücker bei jedem seiner Besuche im Altersheim Torte oder Kuchen und auch die Denunziantin Frau Eckleben serviert ihm Kaffee und Gebäck (vgl.: S. 119 ff.).

Mit Lena Brücker enthält Die Entdeckung der Currywurst zudem eine Hauptfigur aus der Gastronomie. Zwar hat sie früher nicht gerne gekocht: „Sie hatte nie kochen mögen“ (S. 34). Doch ihre Zusammenarbeit als Kantinenleiterin mit dem Koch Holzinger und ihre durch den Nahrungsmittelmangel im Krieg bedingte Suche nach dem „Erinnerungs-Geschmack“ (S. 35) bescheren Lena Brücker schließlich die Freude am Kochen (vgl.: S. 34 f.).

Lena Brückers Geliebter Hermann Bremer erlebt ein geschmackliches Erweckungserlebnis, als er als junger Schiffsmaschinenassistent in Indien durch den Genuss von Curry nicht nur seine gesundheitlichen Tropenbeschwerden erfolgreich lindern kann, sondern auch in die herrlichsten Träume versetzt wird: „Und in der Nacht träumte Bremer tatsächlich, er is n Baum“ (S. 82).

Dem Koch Holzinger werden von Lena Brücker geradezu magische Kräfte zugeschrieben, wenn sie ihn als „Zauberer“ (S. 33) bezeichnet. Außerdem nutzt Holzinger seine Kochkünste dazu, um das Naziregime zu sabotieren: Alle Nazifunktionäre, die von seinem Essen probiere...

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