Uwe Timm

Uwe Hans Heinz Timm wird als drittes Kind von Hans und Anna Timm am 30. März 1940 in Hamburg geboren. Seine Kindheit verbringt Uwe Timm in der Nähe des Hafens und kommt dadurch schon früh mit dem ‚Seemannsgarn‘ der Matrosen in Berührung und dieser Kontakt wirkt sich später auf sein eigenes Schreiben aus. Nach dem Besuch der Volksschule und einer Kürschnerlehre übernimmt Timm zunächst die Kürschnerei seines 1958 verstorbenen Vaters.

Ab 1961 holt Uwe Timm am Braunschweig-Kolleg sein Abitur nach. Hier lernt er auch Benno Ohnesorg kennen, dessen gewaltsamer Tod bei einer Demonstration im Jahr 1967 zur Radikalisierung und Ausbreitung der linken Studentenbewegung führen sollte. Ohnesorg veröffentlicht erste Texte von Timm.

Im Jahr 1962 beginnt Uwe Timm ein Studium der Germanistik und der Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, das er später an der Sorbonne in Paris fortsetzt. Wieder nach München zurückgekehrt, ist Uwe Timm von 1967 bis 1969 im politisch linken Sozialistischen Deutschen Studentenbund tätig. Auch der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) tritt Uwe Timm später bei, bleibt jedoch ebenfalls auch dort nicht lange Mitglied.

1969 heiratet Uwe Timm, der bereits eine Tochter mit seiner ersten Freundin hat, die Übersetzerin Dagmar Ploetz und erringt 1971 seinen Doktortitel mit einer Promotion über den französischen Schriftsteller Albert Camus. Von da an ist Uwe Timm als freier Schriftsteller tätig. Er gründet unter anderem die Wortgruppe München und wird Mitherausgeber der Zeitschrift Literarische Hefte.

Sein erster Roman Heißer Sommer erscheint im Jahr 1974. Entsprechend seiner politisch eher linken Einstellung sind Uwe Timms frühe Texte durch die Zeit mit Benno Ohnesorg sowie durch die Studentenrevolte von 1968 geprägt. Gesellschaftskritische Themen werden so zum Markenzeichen von Uwe Timms gesamtem Werk.

Doch auch die pure Lust am Erzählen schlägt neben der gesellschaftlichen Thematik immer wieder in Uwe Timms Texten durch. Seine hochgelobte Novelle Die Entdeckung der Currywurst (1993) ist hierfür ebenso ein Beleg wie die Kinderbücher, die Uwe Timm für seine insgesamt vier Kinder verfasst (unter anderem Rennschwein Rudi Rüssel; 1989). Neben seinen Prosawerken veröffentlicht Uwe Timm auch die autobiografischen Erzählungen Am Beispiel meines Bruders (2003) und einen Text über seine Zeit mit Benno Ohnesorg, Der Freund und der Fremde (2005).

Für seine Texte wird Uwe Timm mit unterschiedlichen bedeutenden Preisen geehrt, zum Beispiel 2001 mit dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Uwe Timm ist bis heute unter anderem Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Darmstadt und der Berliner Akademie der Künste.