Kapitel 8-14

8 - Susi hat mich bei der Straßenbahn 

Seiten: 97-110

Charaktere: Kurt Ritler 

Schauplätze: Wien

Zeit: Kurz vor Ostern 1944

Wieder wechselt die Perspektive. Dieses Kapitel umfasst mehrere Briefe, die Kurt Ritler an seine Cousine und Freundin Nanni Schaller geschrieben hat. Die Briefe sind im Text nicht separat markiert worden und es fehlt jeweils die Anrede.

Im ersten Brief (S. 97-101) schreibt Kurt, wie schwer ihm der Abschied von Nanni gefallen ist, er habe vor den Eltern ihr auch nicht angemessen Lebewohl sagen können. Er erkundigt sich eifersüchtig nach den Jungen, die ständig vor dem Lager auf und ab gehen, und nach Nannis Leben im Lager generell. Er erzählt, dass er gemeinsam mit seiner Mutter die Mutter von Nanni besucht habe. Diese sei ganz aufgelöst gewesen, da sie mit Problemen in ihrem Betrieb konfrontiert ist. Nanni solle ihm ihr Herz ausschütten, wenn sie ihm schreibt, doch sie solle auf keinen Fall noch einmal schreiben, dass sie bald nicht mehr leben wolle „in dem langweiligen Kaff“ (S. 100). Am Ende teilt Kurt Nanni mit, dass er sie in der Karwoche gemeinsam mit seinem Freund Ferdl besuchen kommen wolle und dass sie dann die Drachenwand besteigen könnten. 

Der zweite Brief (S. 101-104) beginnt mit dem Bericht Kurts über den Heimaturlaub seines Bruders Erhard, der nicht über den Krieg sprechen möchte. Kurt zieht abends häufiger Erhards Uniform an, um nichtjugendfreie Filme im Kino sehen zu können. Er berichtet ironisch über die Verordnung der Reichsregierung, dass Frauen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren eine einheitliche Frisur tragen müssen und dass dies in einem halben Jahr auch Nanni betreffen würde. Des Weiteren teilt Kurt mit, dass ein Flugzeug statt Bomben Flugblätter abgeworfen habe. Er habe große Sehnsucht nach seiner Geliebten und versichert ihr seine Treue.

Im dritten Brief (S. 104-106) schreibt Kurt, dass er das Gefühlt habe, seine Zeit zu vertrödeln, und gerne mehr damit anfangen würde, denn „[d]iese Zeit kommt nie wieder“ (S. 105). Er hofft, dass der Krieg bald vorbei ist und dass er und Nanni bald wieder vereint sein werden. Er fragt Nanni, ob sie sich schon freue, wenn er und Ferdl sie in Mondsee besuchen werden. 

Der vierte Brief (S. 106-108) handelt davon, dass Kurts Klasse wegen einer Bombenwarnung eine Schularbeit im Keller hat schreiben müssen. Nach der Schule sind er und Ferdl zum Blutspenden gegangen und haben dafür eine Extraration Nahrungsmittel bekommen. Kurts Bruder Erhard ist wieder eingezogen worden, dieser steht dem Krieg kritisch gegenüber. Am Schluss stellt Kurt Nanni einige Fragen über ihr Leben am See, darunter auch über den Soldaten Veit, dessen Annäherungsversuche an die Lehrerin Bildstein bei den Mädchen offenbar nicht unbemerkt geblieben sind.

Im fünften und letzten Brief (S. 108-110) äußert sich Kurt besorgt darüber, dass er schon seit Wochen keine Antwort von Nanni erhalten habe. Da die Lehrerin Nannis Briefe gelesen und die Eltern über Kurt und Nannis Liebesbeziehung informiert hat, hat Kurts Vater ihm jeglichen Kontakt zu Nanni verboten und droht ihm damit, einrücken zu müssen. Kurt „könnte losheulen vor Wut!“ (S. 109). Nanni solle ihm von nun an Ferdls Adresse schreiben. 

9 - Wie‘s mir geht? 

Seiten: 111-128

Charaktere: Oskar Meyer

Schauplätze: Wien

Zeit: 1939-1941

Die Perspektive wechselt zu der des Juden Oskar Meyers, der Briefe an seine Cousine Jeanette schreibt. 

Der Zahntechniker Oskar Meyer lebt mit seiner Frau Wally und ihrem Sohn Georg in Wien. Sein zweiter Sohn Bernhard (Bernili) ist schon vor dem Beginn der Romanhandlung nach England ausgewandert. Seit Anfang 1939 müssen die Mitglieder der jüdischen Familie zwangsmäßig einen hebräischen zweiten Vornamen tragen. Sie werden dazu aufgefordert, freiwillig aus ihrer Wohnung auszuziehen, wogegen sie sich aber wehren. Schließlich müssen sie die Wohnung aber dennoch verkaufen. Die Nachbarn nehmen keinen großen Anteil an der Misere der Familie Meyer. 

Tag für Tag gestaltet sich die Situation der Juden in Wien schwieriger. „[I]n einem rechtsfreien Raum“ (S. 115) sind die Meyers und andere Juden ständig neuen Repressionen ausgesetzt. Sie dürfen ni...

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