Krieg und Trauma

Veit Kolbe ist ein junger Soldat, der seit Kriegsbeginn 1939 an der Ostfront im Einsatz gewesen ist. Im November 1944 wird er schwer verwundet und nach einem Lazarettaufenthalt auf Genesungsurlaub nach Hause geschickt: „Das Lazarett war eine Hintertür des Krieges, ich war froh, sie benutzt zu haben“ (S. 38). Er hat in den letzten Jahren viele schreckliche Kriegshandlungen gesehen und miterlebt. Durch das rasante und gefährliche Leben an der Front hat er jedoch keine Gelegenheit gehabt, diese grausamen Erfahrungen auf- und zu verarbeiten.

Veit, der das wahre Gesicht des Krieges kennengelernt hat, als er nach Hause zu seinen Eltern in Wien zurückkehrt, gerät in Konflikt mit seinem regimetreuen Vater, der den Krieg befürwortet. Gleich nach seiner Ankunft beginnt der Vater sofort „von der Notwendigkeit des Krieges zu reden und vom langfristig Positiven“ (S. 23). Immer wieder kommt es zu Reibereien zwischen den beiden. Veit ist zwar genervt vom Geschwätz des Vaters, hat aber durch das Militär gelernt, sich sehr beherrscht zu verhalten: „Ich hatte den Irrsinn der Front mit dem Irrsinn der Familie vertauscht“ (S. 29). Die nazistischen und kriegerischen Äußerungen des Vaters sind wohl der Hauptgrund, warum Veit beschließt, seinen Genesungsurlaub am ruhigen Mondsee zu verbringen.

Fernab vom Krieg holen Veit nun plötzlich und unvermittelt seine schrecklichen Erfahrun...

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