Interpretation

Unsere detaillierte Interpretation beleuchtet verschiedene Aspekte aus Arno Geigers Roman Unter der Drachenwand. Zunächst wird das Thema Die verlorenen Jahre behandelt. Der junge Soldat Veit Kolbe verspürt das Gefühl, seine Jugend verspielt zu haben. Nach fünf Jahre Kriegseinsatz steht er innerlich leer und ohne Ausbildung da. Er kehrt, verwundet auf unbestimmte Zeit, aus dem Krieg zurück und hat dort traumatische Erfahrungen gemacht, die sich sowohl auf seinen Gesundheitszustand als auch auf sein soziales Leben negativ auswirken. Der Abschnitt Krieg und Trauma beleuchtet diese Problematik.

„[D]ie Partei war die Sinngebung meiner Jugend gewesen“ (S. 135), schreibt Veit in seinen Aufzeichnungen. Tatsächlich ist der junge Soldat in einer Zeit groß geworden, als die Jugend aktiv ideologisch indoktriniert worden ist. Eine Jugend ohne Politik und Propaganda hat es im Dritten Reich nicht gegeben. Als Veit nach und nach hinter die Kulissen des Regimes und des Krieges blickt, empfindet er seine Kriegsjahre immer mehr als vergeudete Zeit oder als verlorene Jugend. Seine Kritik verstärkt sich, als er erkennt, wie die Hitlerjugend in den KLV-Lagern aus jungen Mädchen regimetreue Maschinenmenschen formt. 

Fernab vom Krieg versucht der verwundete und ausgelaugte junge Mann, nun am Mondsee zurück ins Leben zu finden. Die ruhige, friedliche und pittoreske Landschaft steht im völligen Gegensatz zum Grauen des Krieges. Im Gärtner Perttes findet er einen guten Freund und mit seiner Zimmernachbarin Margot geht er eine Liebesbeziehung ein. Die warmen Gefühle zu Margot verleihen Veit schließlich Motivation und Kraft. Er setzt alles daran, seine Rückkehr auf das Schlachtfeld hinauszuzögern. Doch bald erkennt der junge Soldat, dass der Schein trügt, denn auch am Mondsee kann er sich dem Krieg und der Politik nicht vollständig entziehen. Wie ein Mahnmal ragt über ihm die Drachenwand empor, ein schroffer Berg, der ihn immer daran erinnert, dass der Krieg auf ihn wartet.

Die vier erzählten Geschichten in Unter der Drachenwand sind von Angst und Sorge geprägt, aber die Briefe von Margots Mutter, Kurt Ritler und Oskar Meyer, die in der Erzählung drei Mal Veits Bericht unterbrechen, drücken besonders die Verzweiflung und Hoffnung der drei warmherzigen Menschen zu ihren Liebsten aus. Auch Veits Sorge über Hildes Tod wird hier näher beleuchtet.

Die letzte Thematik unserer ausführlichen Interpretation heißt Liebe und Hoffnung. Hier wird die Wichtigkeit von sozialen Beziehungen für die verschiedenen Protagonisten im Gegensatz zu dem unmenschlichen und unbarmherzigen Krieg untersucht.

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