Veit Kolbe

Der verwundete Soldat

Die Haupthandlung des Romans Unter der Drachenwand wird von der Hauptfigur Veit Kolbe in Tagebucheinträgen erzählt. Veit ist ein junger Mann aus Wien, der am 26. Februar 1920 geboren worden ist. Zu Beginn der Handlung ist Veit 23 Jahre alt. Er gehört zu jener Generation, die mit dem NS-Regime groß geworden ist: „die Partei war die Sinngebung meiner Jugend gewesen“ (S. 135). Aufgrund der Schrecken des Krieges entwickelt Veit jedoch eine Skepsis gegen das herrschende politische Regime.

Seit Kriegsbeginn 1939 befindet sich Veit als Kraftfahrer an der Ostfront im Einsatz. Ende 1943 wird der junge Soldat durch eine Granate verwundet und in ein Lazarett im Saarland gebracht: „So hatte mich der Krieg auch diesmal nur zu Seite geschleudert“ (S. 7). Dort denkt er über die „fünf verlorenen Jahre“ (S. 17) nach, die er nun bereits beim Militär ist.

Aufgrund der Intensität seiner Wunden – je ein Granatsplitter in Wange, Schlüsselbein und Oberschenkel – wird ihm ein mehrmonatiger Heimaturlaub genehmigt: „Das Lazarett war eine Hintertür des Krieges, ich war froh, sie benutzt zu haben“ (S. 38).

Veit fährt zunächst nach Wien zu seinen Eltern, wo er es jedoch nicht aushält. Vor allem sein Vater geht ihm auf die Nerven, der immer noch positiv vom Krieg und vom deutschen Sieg spricht, während Veit als aktiv am Kriege Teilnehmender dahin gehend völlig desillusioniert ist. Zuflucht findet er am Grab seiner Schwester Hilde, die Jahre zuvor an Tuberkulose gestorben ist. Sie ist ihm sehr nahe gewesen. Hilde „wusste es zu leben und musste sterben, während Veit, „der [...] leben darf, [...] damit nichts anzufangen [weiß]“ (S. 25).

Ankunft in Mondsee

Veit beschließt, seinen Genesungsurlaub in Ruhe in Mondsee zu verbringen, da sein Onkel Johann dort als Postenkommandant tätig ist. Johann besorgt seinem Neffen ein Quartier. In Mondsee angekommen, zeigt ihm die garstige Quartierfrau Trude Dohm sein Zimmer in einem Bauernhof außerhalb des Zentrums. In seinem Nebenzimmer wohnt eine junge Frau aus Darmstadt, Margot, zusammen mit ihrem Säugling Lilo, gegenüber bewirtschaftet der Bruder der Quartierfrau, Robert Perttes, ein Gewächshaus. 

In den ersten Wochen seiner Zeit am Mondsee erledigt Veit seine bürokratischen Wege und sorgt dafür, dass er vom Ortsvorsteher einen ordentlichen Brandofen genehmigt bekommt. Nun, da es in seinem Zimmer warm ist, fühlt er sich zum ersten Mal, seit er an der Front gewesen ist, wieder wie ein Mensch, auch seine Wunden beginnen, langsam zu heilen. 

Veit besucht seinen Onkel Johann häufiger auf dem Revier. Als dessen Protokollschreiber stellt er sich zunächst als unfähig heraus, er ist noch zu aufgerüttelt vom Krieg: „der Vorfall kennzeichnete meine Zerstreutheit, man sah, wie ich nach fünf Jahren Militär geistig verkommen war“ (S. 73). Der Postenkommandant rät ihm, viel spazieren zu gehen, denn „zu Hause werde man weich und mutlos...

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