Analyse

Arno Geigers 2018 erschienener Roman Unter der Drachenwand ist nicht nur die Geschichte eines jungen Soldaten, der sich eine Auszeit vom Krieg nimmt, sondern auch eine Schilderung der Schrecken des Krieges und seiner Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. Zur Handlung der Hauptfigur Veit Kolbe gesellen sich noch drei weitere Nebenhandlungen, die in Briefen geschildert werden. So kann der Leser das literarische Jahr 1944 aus den Augen mehrerer verschiedener Menschen wahrnehmen. 

Unsere ausführliche Analyse befasst sich zunächst mit dem Titel, der einen Hinweis auf den Ort liefert, an dem sich die Handlung abspielt. Es wird erläutert, welche Rolle die hohe Felswand am Westufer des oberösterreichischen Mondsees in der Erzählung spielt. Darauf folgt eine eingehende Betrachtung der Struktur der Handlungen: des Aufbaus, der Zeit und der Orte, an denen sich die verschiedenen Geschichten, die der Roman erzählt, abspielen. Danach werden die Sprache, der Stil und die Erzähltechnik des Werkes genauer unter die Lupe genommen. 

Unsere detaillierte Analyse enthält außerdem eine umfassende Liste von Stilmitteln, die in den Text eingewoben sind. Sie bleibt nahe am Text, ist in leicht verständlicher Sprache verfasst und mit passenden und anschaulichen Textbeispielen belegt. Um die Komplexität des Romans besser zu ergründen und im Gedächtnis zu verankern, haben wir des Weiteren verschiedene Landkarten und Tabellen für Dich angefertigt.

Auszug aus dem Text:

Die vier anderen Ich-Erzähler

Margots Mutter, Kurt Ritler und Oskar Meyer erzählen ihre Geschichte in Briefen. Jedoch sind diese nicht sofort als solche zu erkennen, weil in jedem Brief Anrede und Grußformel fehlen. Die Briefe gehen nahtlos ineinander über und es ist nicht immer einfach festzustellen, wann ein Brief beginnt und wann er endet.

Margots Mutter schreibt die Briefe an ihre Tochter in der deutschen Umgangssprache mit hessischem Anstrich, z. B. „Bettine ihrs [Bettines Fahrrad] hat gleich nicht gehalten“ (S. 85), „Einmal hat mir so lebhaft von dir geträumt“ (S. 89), „Leider ist ein dunkelgrauer Hase kaputt gegangen“ (S. 92), oder „vor den Fliegern ist mir […] Angst“ (S. 92).

Kurt Ritlers Briefe sind ebenfalls umgangssprachlich verfasst. Er schreibt meistens in der Sprache eines Adoleszenten: „Ich steh wirklich sehr auf dich“ (S. 103), und verwendet auch Austriazismen, wie zum Beispiel „Bussi“ (S. 101), „Fadität“ (S. 106) oder „Lackel“ (S. 237). Manchmal schleicht sich das eine oder andere Dialektwort in seine Briefe ein, wie beispielsweise: „grad“ und „herinnen“ (S. 109), oder „Mama hat mich […] zusammengeschissen“ (S. 241)). 

Seine Sprache ist in der Regel emotional geprägt. Er schreibt so, wie er zu Nanni gesprochen hätte: „Und sei bitte nicht böse mit mir, ich schwör’s, ich wollte nach Schwarzindien kommen, obwohl mir bange war, weil der ältere Bruder von Ferdl gemeint hatte, die Sperren an den Bahnhöfen seien von Gendarmerie besetzt, und vor den Streifen in den Zügen müsse man sich besonders in acht nehmen. Das hätte mich nicht abgehalten“ (S. 230).

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