Zeitroman

Merkmale des Zeitromans

In einem Zeitroman wird die Lebenswelt der Figuren zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort dargestellt. Bestimmte, in der Handlungszeit tatsächlich existierende Handlungsorte werden benannt und realistisch beschrieben. Die Schichten der Gesellschaft werden dargestellt, indem sie z. B. durch bestimmte Figuren repräsentiert werden. Der Leser gewinnt einen realistischen Einblick in die Zeit, in welcher der Roman spielt, kann sich die Umgebung bildlich vorstellen und die gesellschaftlichen oder politischen Zustände verstehen.

In „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ kann man einige Merkmale des Zeitromans wiedererkennen.  Ein Teil der Ostberliner Gesellschaft und deren Lebensumstände im Laufe der 1970er und/oder 1980er Jahre werden hier recht anschaulich beschrieben.

Menschentypen

Die wenigen Figuren des Romans stehen für die unterschiedlichen Menschentypen, die es in ähnlicher Art in der DDR gegeben haben könnte.

Der Fokus ist auf die Bewohner einer einzigen Straße, deren Verwandte und Bekannte gerichtet. Sie stammen aber aus mehreren gesellschaftlichen Gruppen. Michas Eltern gehören zur Elterngeneration der Ostberliner zu dieser Zeit, Micha und seine Clique gehören zur Altersschicht der Jugendlichen. Die Existenzialistin ist eine typische alternative junge Erwachsene, während der ältere Sohn der Kuppischs, Bernd, zu denjenigen gehört, welche, von der Zeit bei der Armee oft für ihr ganzes Leben gezeichnet, wieder zurückkehrten.

Die Vertreter des Staats und seiner Institutionen mit den strengen Kontrollmechanismen sind der ABV, der Grenzer, der scheinbare „Stasi-Nachbar“ und die Schulleiterin Erdmute Löffeling. Auch aufgrund der Tatsache, dass Sabine, Michas Schwester, ständig neue feste Freunde hat (vgl. S. 34), die unterschiedliche Interessen haben, werden unterschiedliche Typen aus der DDR-Gesellschaft vorgestellt – mancher ist Parteimitglied, andere sind Mitglieder der Kirche. Auch die Bewohner Westberlins kommen in dem Roman vor. Sie werden durch Doris‘ Bruder Heinz und durch die jungen Westberliner repräsentiert, mit denen Miriam rumknutscht.

Der Lebensraum

Im Roman werden einige Orte in Ostberlin und Umgebung erwähnt (siehe Analyse, Abschnitt: Orte). Vor allem die Lebenswelt der Anwohner der titelgebenden Sonnenallee wird sehr präzise beschrieben. Die Länge des Teils der Sonnenallee in der DDR, die nur sechzig Meter beträgt, wird auch angegeben (vgl. S. 8).

Es wird in der Geschichte erzählt, wie die Familien hier in „winzigen engen Wohnungen“ in Plattenbauten leben und dass die Jugendlichen sich häufig auf der Straße aufhalten (vgl. S. 1...

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