Literarischer Hintergrund: Merkmale der Literatur der Wende im Werk

Als Wendeliteratur werden normalerweise diejenigen Werke bezeichnet, deren Inhalt sich in irgendeiner Form auch mit dem Berliner Mauerfall 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 beziehungsweise mit den Folgen dieser historischen Ereignisse beschäftigt. Die deutsche Wende spielt in „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ keine Rolle. Die Handlungszeit ist auf die Jahre vor der Wende terminiert. Trotzdem wird Brussigs Roman auch als Wenderoman eingestuft. Denn er enthält einige typische Eigenschaften dieses Genres.

Die Nostalgie in Bezug auf die verloren gegangene Heimat DDR ist ein häufiges Element in den zur Wendeliteratur gehörenden Werken. „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ und auch der Film „Sonnenallee“, auf dem das Buch basiert, sind vor allem für ihre „Ostalgie“[1] bekannt geworden, teilweise aber auch kritisiert worden. Beide Werke können als Komödien charakterisiert werden, denn die humoristische Darstellung der Charaktere und der alltäglichen Lebensumstände der Durchschnittsbürger ist das vorwiegende Merkmal sowohl des Filmes als auch des Romans.

Humor, Ironie und Satire sind typische Elemente der Wendeliteratur. Neben der verklärenden Beschreibung der Umstände wird in Brussigs Roman eine sehr bissige Satire verwendet. Der Autor bedient sich dieses Mittels, um die Missstände in der DDR zu beschreiben (siehe Analyse, Abschnitt Satire).

Es werden auch typische Themen, wie Resignation und Akzeptanz und auf der anderen Seite der Wille zum Umbruch, thematisiert bzw. angedeutet. An der Figur der angepassten Mutter des Protagonisten Doris wird verdeutlicht, wie Resignation vor dem System dazu führen kann, sich in seinem Leben als DDR-Bürger besser zurechtzufinden: Nach ihrem missglückten Fluchtversuch gibt Doris ihre Hoffnungen, irgendwann im Westen zu leben, auf, akzeptiert sich selbst und wirkt sogar jünger (vgl. S. 99 f., siehe auch Charakterisierung Doris).

Miriam hingegen reagiert extrem, indem sie vor lauter Verdruss der Diktatur gegenüber in eine Apathie hineinrutscht, aus der Micha sie dann märchenhaft „rettet“ (vgl. S....

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