Charakterisierung Micha

Michas eigener Weg

Michael Kuppisch ist die Hauptperson des Romans „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“. Er ist fünfzehn Jahre alt (vgl. S. 11). Er wird von allen Micha genannt, mit Ausnahme seiner Mutter, die ihn Mischa nennt, weil das russischer klingt (vgl. S. 9). Micha lebt zusammen mit seinen Eltern Doris und Horst und seinen älteren Geschwistern Bernd und Sabine in Ostberlin in einer winzigen Wohnung in der Sonnenallee.

Die wichtigen Entscheidungen für seine Zukunft trifft immer noch Michas Mutter für ihn: Sie hat entschieden, dass Micha zuerst auf das renommierte Internat „das Rote Kloster“ gehen soll, um anschließend in Moskau zu studieren (vgl. S. 40). Micha hat darauf aber keine große Lust. Er findet das Leben in der DDR nicht besonders toll. Er rebelliert ein wenig, aber er hat es gelernt, sich aus kniffligen Situationen herauszureden.

Im Laufe der Handlung schafft Micha es, sich von den Anforderungen seiner Mutter zu lösen, die erwartet, dass er sich brav anpasst und in Moskau studiert. Beim Gespräch mit der Direktorin des „Roten Klosters“ stylt er sich unordentlich (vgl. S. 132) und sagt: „Ras, dwa tri – Russen wer’n wir nie!“ (S. 133) – Er sabotiert das Gespräch und wird nicht angenommen.

Micha schlägt seinen eigenen Weg ein. Einmal kommt ihm die Idee, Schriftsteller zu werden, doch er verwirft den Gedanken gleich wieder (vgl. S. 152). Das Einzige, das er fest vorhat, ist „alles, alles anders zu machen“, wenn er erst erwachsen ist (S. 10). Er träumt wie alle Teenager von einer anderen und vor allem besseren Zukunft.

Der loyale Freund

Micha hat vier Freunde: Mario, Wuschel, Brille und der Dicke. Gemeinsam hängen sie oft draußen auf dem alten Spielplatz herum und hören Westmusik (vgl. S. 11). Mit Mario zusammen läuft Micha manchmal aus Spaß bettelnd hinter westlichen Touristenbussen her, sodass die Touristen glauben, in der DDR herrsche eine furchtbare Hungersnot (vgl. S. 42). Einmal wird in einer Westillustrierten ein Bild von den beiden bettelnden Jungen veröffentlicht, und zwar mit der Unterschrift: „Die Not im Osten – wie lange hält das Volk noch still?“ (S. 79).

Wegen dieser Fotos werden die Jungen von der Schulleiterin vorgeladen. Sie sollen sich einem Parteifunktionär gegenüber erklären. Micha ist sehr schlau und sagt: „Da kann man mal sehen, wie die lügen. Und daß[1] die zu solchen Lügen greifen müssen, zeigt doch schon, wie die am Ende sind. (…) Je schmutziger die Lügen, ...

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