Spuk und Konventikel

Nach seinem Tod wird Hauke Haien von den nachfolgenden Generationen zu dem mysteriösen Schimmelreiter gemacht. Hier versteckt sich die Ironie der Novelle: Hauke, der zu Lebzeiten von Aberglauben und Spukgeschichten nichts wissen wollte, wird nun von den Dorfbewohnern selbst zum Mythos gemacht.

Der Reisende erklärt dem Leser am Ende der Erzählung nicht, ob und wie es ihm gelungen ist, die Spreu vom Weizen zu trennen. Im Gegenteil: Am Ende der Erzählung bleibt es dem Leser selbst überlassen, sich ein Bild über die wahre Existenz des Schimmelreiters zu machen.

Die unheimlichen Elemente scheinen zunächst untypisch für eine realistische Erzählung zu sein. Auffallend ist vor allem, dass die Begegnung des Reisenden mit dem Schimmelreiter in der Rahmenerzählung stattfindet. Dies zeigt, was Storm ausdrücken will: Das Unheimliche ist Teil unserer Welt.

Des Weiteren sieht sich Hauke einigen Knechten und Mägden gegenüber, die an sogenannten Konventikeln teilnehmen. Bei dem Konventikel handelt es sich um ein Treffen von außerkirchlich religiösen Menschen. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet 'kleine Zusammenkunft'. Die Bezeichnung Konventikel wird dabei abwertend verstanden. Die ersten bekannten Konventikel wurden 1661 veranstaltet. Sie waren für alle Stände geöffnet, allerdings überwog die nicht akademische Teilnehmerschaft. Konventikel ...

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