Rezeption und Kritik

Der Schimmelreiter hat seine Leser seit seinem Erscheinen begeistert. Schon 1888 berührten die Geschichte und ihr tragischer Ausgang zahlreiche Bücherfreunde. Von allen Prosawerken gilt Storms Altersnovelle Der Schimmelreiter als die bedeutendste Leistung des Husumer Dichters. Der Schimmelreiter hat sich zu einer volkstümlichen Sagengestalt der Nordseeküste entwickelt.

Während Storm Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem als Heimatschriftsteller charakterisiert wurde, änderte sich dies im Nationalsozialismus. Hier wurde der Protagonist Hauke Haien als die Verkörperung des vorbildlichen nordischen Rassenmenschen betrachtet, der durch seinen Willen allein gegen ein ganzes Dorf ankämpft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk weltweit übersetzt und auch drei Mal verfilmt (1934/1978/1984). Es wurde auch auf die Bühne übernommen und hat Künstler zu Gemälden angeregt.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wird Hauke vor allem als "Willensmensch" und "schöpferische Einzelpersönlichkeit" gefeiert, weil der Protagonist sich aus der Masse heraushebt. In Storms Novelle scheitert der Held am Ende. Dieses Scheitern wurde oftmals interpretiert und es wurden Gründe dafür gesucht. Daraus resultierten in den folgenden Jahrzehnten viele verschiedene Versuche, die Frage nach der Ursache von Hauke Haiens Untergang zu beantworten. Jost Hermand sah in Hauke Haien beispiels...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen