Literarischer Hintergrund: Merkmale des Realismus

Die Erzählung "Der Schimmelreiter" wird dem literarischen Realismus zugeordnet. Die Realisten vertraten das Anliegen, Literatur möglichst nüchtern, objektiv und realitätsnah zu vermitteln. Der Leser sollte sich selbst ein Urteil bilden, weshalb jeglicher Einfluss von persönlichen Gefühlen oder Meinungen in dem jeweiligen Werk vermieden werden sollte. Von 1850 bis 1890 bildete der Realismus die führende literarische Richtung.

Der Schimmelreiter spielt in einem Dorf an der Nordseeküste. Theodor Storm kann dieses sehr ausführlich schildern und detailreich beschreiben, da er selbst in dieser Gegend lebte und aufgewachsen ist. Die genaue und detaillierte Beschreibung der Umgebung ist ein typisches Merkmal für die Epoche des Realismus.

Ebenso charakteristisch ist es, dass viele der im Realismus entstandenen Geschichten auf dem Land spielen und von der Mittel- oder der Unterschicht handeln. Wahrscheinlich liegt dies in der Tatsache begründet, dass die meisten Autoren, was das adelige Leben betraf, keine Erfahrung hatten und sich nicht imstande sahen, dieses realistisch zu vermitteln.

Ein weiteres Merkmal des Realismus ist die Rahmentechnik, derer sich auch Storm im Schimmelreiter bedient. Diese dient der Authentizität der Geschichte: Durch die dreifache Erzählerfiktion schafft der Autor zwischen sich und dem Leser mehrere Instanzen, die das Erzählte als wahr verbürgen sollen. Das Verhältnis zwischen dem wirklichen Ereignis und der Erzählung darüber wird von Storm immer wieder thematisiert, indem er den Erzähler der zweiten Ebene, sprich den Reisen...

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