Rezension

Die Novelle Unterm Birnbaum von Theodor Fontane stellte zum Zeitpunkt ihres Erscheinens nicht den größten Wurf des Autors dar. Zwar zeigte das Publikum ein immer größeres Interesse an Kriminalgeschichten, aber die Erzählung vom Ehepaar Hradscheck, das aus Geldgier einen Handlungsreisenden kaltblütig ermordet und in seinem Keller vergräbt, traf nicht direkt den Nerv der Leser. Doch es gibt einen guten Grund dafür, dass die Erzählung im Laufe der Jahre einen immer größeren Bekanntheitsgrad erlangte und auch heute noch gerne gelesen sowie in der Schule behandelt wird.

Nicht nur der Kriminalfall, sondern auch die Dorfgemeinschaft stehen im Mittelpunkt der Handlung und veranschaulichen eine ländliche Gesellschaft vor der industriellen Revolution, die durch eine ganz eigene Gruppendynamik geprägt ist. Die Darstellung der Menschen in Tschechin führt dem Leser vor Augen, wie das Leben vor der großen Stadtflucht aussah und um welche abgeschlossenen sozialen Gruppen es sich bei den damaligen Dorfgemeinschaften handelte. Abel und vor allem seine Frau Ursel sind zunächst noch Fremdkörper, denn sie sind in das Dorf zugezogen. Doch der listige Abel erkennt die spezielle Gruppendynamik und schafft es, sie für seine Mordpläne auszunutzen. So erreicht er es sogar, durch geschickte Manipulation nac...

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