Der perfekte Mord

Der Grund für den Mord

Abel ist aufgrund seiner Lebensweise und der Ansprüche seiner Frau in eine schwierige finanzielle Lage geraten und sucht nach einem Ausweg. Er versucht sich zuerst im Glücksspiel, doch dabei kann er keine Gewinne verbuchen. Seine Frau Ursel fordert von ihm seit dem Tod ihrer Kinder, dass er ihr teure Möbel, Gemälde und Kleidung kauft, damit sie ihr Herz an etwas hängen kann. Ursel geht sogar so weit, dass sie ihrem Mann damit droht, sich das Leben zu nehmen, sollte das Gericht kommen und diese Dinge pfänden. So sehr, wie sie die Armut fürchtet, fürchtet sie auch das Gespött der Dorfbewohner in diesem Moment.

Abel versucht, seiner Frau all diese Wünsche zu erfüllen, doch die Schuldenlast droht ihn zu erdrücken. Ein Vertreter des Unternehmens, bei dem er Waren bezieht, kündigt seinen Besuch an, um alle ausstehenden Schulden einzutreiben. Da Abel das Geld aber nicht hat, heckt er einen Plan aus, mit dessen Hilfe er sich schuldenfrei machen und gleichzeitig ein Vermögen erbeuten kann.

Der schlaue Mordplan

Schon länger scheint Abel sich einen Plan auszudenken, mit dessen Hilfe er den Vertreter des Handelsunternehmens umbringen und dessen Geld an sich bringen kann. Doch er weiß nicht, wie er diesen Plan nun in die Realität umsetzen kann. Beim Umgraben seines Gartens findet er die Leiche eines toten Soldaten unter dem Birnbaum.

Als er den toten Soldaten in seinem Garten entdeckt, erkennt er, dass er diesen Fund wunderbar für seine Plänenutzen kann und seine Gedanken sind wie „unheimlich verzerrte Gestalten“ (S. 17), die ihn bedrängen. Abel weiß, dass er für die Durchführung seines Planes zwei Personen braucht und daher Ursel einweihen muss (S. 17). Er versucht, seinen Plan vor seinem Gewissen zu rechtfertigen: „Not kennt kein Gebot“ (S. 17).

Ursel wird daraufhin von ihm eingeweiht und Abel beginnt, sie von der Dringlichkeit der Umsetzung zu überzeugen. Er überredet schließlich Ursel im Garten: „Und nun wurden Ursels Augen immer größer, als er rasch und lebhaft alles, was geschehen müsse, herzuzählen und auseinander zu setzen begann“ (S. 21). Obwohl sie sich anfänglich dagegen wehrt, muss sie schließlich ihren Widerstand aufgeben und dem Plan zustimmen. Die beiden Eheleute sind sich dahin gehend einig, dass die Armut schlimmer als der Tod ist (S. 21), was Abel auch als ein Druckmittel gegenüber seiner Frau einsetzt.

Die Rollenverteilung

Der genaue Plan aber bleibt dem Leser verborgen, da seine Worte nicht genannt werden, sondern nur die Reaktion von Ursel beschrieben wird. Abel verfolgt einen perfekten Mordplan und der Leser kann als unsichtbarer Beobachter an der Ausarbeitung dieses Planes teilhaben. Der Erzähler bietet dem Leser immer wieder Hinweise an, die sich diesem aber erst nach einer erneuten Lektüre wirklich eröffnen. Durch die Erzählhaltung, welche die Personen größtenteils nur von außen beschreibt, kann Spannung aufgebaut werden und der Leser muss selbstständig die Bemerkungen oder Hinweise entschlüsseln.

Es ist davon auszugehen, dass Abel seiner Frau den Plan unterbreitet, den Reisenden Herr Szulski zu ermorden und das ihm ausgehändigte Geld wieder an sich zu reißen. Daher zeigt Ursel auch eine nervöse Reaktion, obwohl sie sonst kaltes Blut bewahrt: „...nur um ihre Lippen flog ein nervöses Zittern“ (S. 25). Ebenso erklärt er ihr, dass sie eine Erbschaft seiner Schwester vortäuschen müssen, damit sie das viele Geld, das sie durch den Mord erbeuten werden, den Dorfbewohnern erklären können. Abel erklärt Ursel auch, dass er die Feuerkassengelder veruntreuen wird, um zusammen mit einem Wechsel die Schulden begleichen zu können, um es so aussehen zu lassen, dass sie dies aufgrund der Erbschaft können.

Scheinbar haben die beiden Eheleute daher nur auf die Ankündigung der Ankunft von Szulski gewartet, denn „Was zwischen ihnen zu sagen war, war gesagt und jedem seine Rolle zugeteilt“ (S. 26). Als die Ankündigung kommt, schafft es Abel, die Situation zu meistern und einen kühlen Kopf zu bewahren. Er schäkert mit jungen Bauernmädchen im Laden, während Ursel den Rosenkranz zu beten scheint und schlecht Luft bekommt. An diesem Tag erscheint sie auch nicht zum Essen.

Der Mord

An dem Abend, an dem Szulski bei den Hradschecks eintrifft, entwickelt sich alles so, wie Abel es geplant hat. Er kann vor Augenzeugen seine Schulden begleichen und im weiteren Gespräch erfährt Szulski auch, dass dies aufgrund einer (angeblichen) Erbschaft möglich ist. Zusammen mit den Gästen in Abels Wirtsstube verbringt Szulski einen langen Abend, bei dem viele Geschichten erzählt und viel Wein getrunken werden.

Szulski freut sich, dass Abel alle Schulden bezahlt hat, und spendiert daraufhin ein paar Flaschen Wein. Immer wieder wird er dazu gebracht, noch länger aufzubleiben, doch um Mitternacht geht er auf sein Zimmer. Er gibt die Anweisung, ihn um vier Uhr morgens zu wecken und für ihn einen Kaffee vorzubereiten.

Am folgenden Morgen geht Jakob nach oben, um Szulski zu wecken. Er findet die Tür verschlossen und erhält keine Antwort, auch nicht nach heftigem Klopfen. Daher ruft er durchs Schlüsselloch, dass es Zeit ist aufzustehen. Jakob geht wieder hinunter und unterhält sich mit Male, die den Kaffee vorbereitet. Als er in den Garten gehen will, reißt ihm der Wind die Tür aus der Hand und knallt laut ins Schloss. Beide merken an, dass dies alles einen Toten aufwecken müsste...

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