Interpretation

Abel und vor allem seine Frau Ursel sind zunächst Fremdkörper in ihrer Umgebung, denn sie sind in das Dorf zugezogen. Doch der listige Abel erkennt die spezielle Gruppendynamik der Gemeinschaft und weiß sie, genau für seine Mordpläne auszunutzen. So schafft es der verschuldete Abel sogar, durch geschickte Manipulation nach seinem perfekten Mord an dem Handelsvertreter Szulski sich sozial besser zu positionieren als vor dem Verbrechen. Bei Fontanes Novelle Unterm Birnbaum handelt es sich nicht nur um einen sehr geschickt erzählten Kriminalfall, sondern auch um eine  Sozialstudie, die eine gewisse Gesellschaftskritik einhält.

Unsere Interpretation geht auf die vier großen Aspekte der Erzählung ein. Zuerst wird die Darstellung des Fremden erörtert und in welchem Zusammenhang sie mit der starren und teilweise ungerecht agierenden Dorfgemeinschaft steht. Besonders Ursel muss unter den Anfeindungen der Dorfbewohner leiden, da sie aus der Nähe von Hildesheim stammt. Ebenso wird der Aspekt der Religion und des Aberglaubens erörtert. Dabei wird nicht nur auf das Verhältnis von Abel und Frau Jeschke eingegangen, die als Hexe verrufen ist, sondern auch die oberflächliche Religionsausübung der Tschechiner kritisiert.

Daran schließt sich eine nähere Betrachtung der im Werk enthaltenen Gesellschaftskritik an. Fontane übt, manchmal offen, manchmal versteckt, Kritik am Adel, der Kirche und dem Verwaltungsapparat. Anschließend wird Abels perfekter Mord sehr ausführlich beschreiben, und zwar nicht nur der Grund dafür, sondern auch die falschen Fährten, die Abel legt,  und die Schachstellen des Plans. Es wird erklärt, warum der Leser sich als Kriminalist betätigen soll, um die gesamte Intrige zu verstehen.