Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Deutschland als Agrargesellschaft

Noch 1830 arbeiteten vier Fünftel der gesamten Bevölkerung im landwirtschaftlichen Sektor, doch die Industrialisierung sollte in den folgenden Jahren eine gewaltige Umschichtung der Bevölkerung verursachen. Immer mehr Menschen wanderten in die großen Städte ab, um dort in den großen Fabriken der Vororte eine Arbeit zu finden. Bis 1885 arbeitete nur noch die Hälfte der Bevölkerung im landwirtschaftlichen Sektor und die verschiedenen Industriezweige und der Abbau von Braunkohle und Eisenerz wuchsen rasant an.

Die Handlung der Novelle Unterm Birnbaum spielt in der Zeit zwischen 1831 und 1833. Zu dieser Zeit war die Gesellschaft noch stark auf die Landwirtschaft konzentriert und so konnten einige Bauern zu nicht unerheblichem Reichtum gelangen. Diese Tatsache wird in Bezug auf Frau Quaas und Frau Mietzel erwähnt, die als die „ebenso neidischen wie reichen Bauernfrauen“ (S. 23) beschrieben werden. Sie missgönnen es Familie Hradscheck, dass sie durch eine Erbschaft zu einem gewissen Vermögen gekommen sind. Tschechin wird als großes und reiches Oderbruchdorf beschrieben (S. 11).

Der Novemberaufstand von 1830

Fontane verknüpft die Ereignisse der fiktiven Handlung mit den realen Ereignissen der 1830er Jahre. So wird im Text beispielsweise der Novemberaufstand erwähnt (S. 28-30), der im Jahr 1830 stattfand und auch der Polnisch-Russische Krieg 1830/1831, der auch als Kadettenaufstand bezeichnet wird.

Der erste größere Aufstand nach dem Wiener Kongress hatte die Unabhängigkeit Polens zum Ziel, das vom russischen Zaren Nikolaus I. als König von Polen verwaltet wu...

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