Rezeption und Kritik

Fontane hat in seiner Karriere oft damit zu kämpfen, dass er sich bei der Rezeption seiner Werke nicht wirklich verstanden fühlt. Einer der Kritiker, die er aber überaus schätzt, ist der wesentlich jüngere Paul Schlenther. Darauf aufbauend, rezensiert er in der Folgezeit jedes Werk von Fontane und erstellt in einem bekannten Nachruf auf den Autor eine Rangordnung seiner Werke, die lange Zeit kaum angefochten wird. Für Schlenther sind „Effi Briest“, „Unterm Birnbaum“ und „Irrungen, Wirrungen“ die Höhepunkte des Schaffens von Fontane.[1] Auch Ludwig Pietsch, ein deutscher Maler, Kunstschriftsteller und Feuilletonist, lobt die Feinheiten des Handlungsaufbaus von „Unterm Birnbaum“.[2]

Trotz dieser positiven Aufnahme wird das Werk allerdings kein finanzieller Erfolg, worüber Fontane sehr enttäuscht ist. Hinzu kommt, dass die Gattung der Kriminalliteratur schon damals keinen guten Ruf genießt und so die Aufnahme des Textes nicht besonders wohlwollend ist. Stets steht die Novelle im Schatten der großen und beim Bildungsbürgertum akzeptierten Werke, wie „Effi Briest“. Das Lesepublikum schafft es nicht, diese beiden Facetten des Autors nebeneinander zu akzeptieren.

In späteren Interpretationsansätzen wird sich daher oftmals eher auf den gesellschaftlichen Aspekt der Novelle „Unterm Birnbaum“ konzentriert, der einfacher zu analysieren ist. Aus einem Brief vom 8. November 1885, den Fontane an Georg Friedlaender schreibt, geht hervor, dass die Novelle dahin gehend kritisiert wur...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 4,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen