Schuldfrage

Effi befindet sich schon seit mehreren Wochen auf Kur in Bad Ems, um ihren Gesundheitszustand wieder zu verbessern. Als der Brief ihrer Mutter eintrifft, weiß sie bereits, wie die Zwischenfälle für sie enden werden: „Was kann noch gesagt werden, das ich mir nicht schon selber sagte? Der, um den all dies kam, ist tot, eine Rückkehr in mein Haus gibt es nicht, in ein paar Wochen wird die Scheidung ausgesprochen sein, und das Kind wird man dem Vater lassen. Natürlich. Ich bin schuldig, und eine Schuldige kann ihr Kind nicht erziehen.“ (S. 234). Kein Gerichtsurteil könnte schärfer ausfallen als dieses Schuldeingeständnis von Effi, eine Verteidigung scheint überflüssig. Die Mutter bestätigt in ihrem Schreiben schlicht Effis Vermutungen.

Die Frage, was unter Schuld tatsächlich zu verstehen ist, wie Schuld entsteht und wie sie gesühnt werden kann, durchzieht den gesamten Roman. Das Thema wird bereits im ersten Kapitel angestoßen, als Effi ihrer Mutter vorwirft, sie sei schuld daran, dass sie sich als Kunstreiterin gebärde ...

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