Gesellschaftskritik

Vor allem mit der Duellfrage ist der Aspekt der Gültigkeit und des Geltungsbereichs der gesellschaftlichen Normen berührt. Auch hier liegt ein möglicher Ausgangspunkt für die Interpretation des Werkes.

Der Ehebruch, von dem bis zum Ende nicht klar ist, welches Ausmaß er eigentlich angenommen hat, wird erst sechs Jahre später durch einen Zufall aufgedeckt. Die Ehe von Effi und Instetten hat in der Zwischenzeit nicht merklich gelitten, im Gegenteil: In Berlin scheint sich das Paar endlich wieder wohlzufühlen und Instetten erklärt sich Effi zuliebe sogar dazu bereit, stärker am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen (S. 202ff.). Allein diese Tatsache verdeutlicht die Fragwürdigkeit des Duells.

Instetten unterwirft sich dem „Gesellschafts-Etwas“ und weist damit zum einen auf seine Inflexibilität und zum anderen darauf hin, dass die Gesellschaft eine Dominanz gegenüber dem Individuum ausübt (S. 217f.). Diese Dominanz wird von den Figuren nicht angezweifelt, mit einer Ausnahme jedoch: Herr von Briest widersetzt sich und holt seine „gefallene“ Tochter schließlich nach Hohen-Cremmen zurück, ohne dabei an seine eventuell Schaden nehmende Reputation zu denken (S. 255).

Man muss das Überholte und Unbewe...

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