Charakterisierung Chinesenspuk

Der Chinesen-Spuk zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman „Effi Briest“. Auf dem Weg in sein Haus erwähnt Landrat Instetten scheinbar beiläufig vor Effi die Geschichte eines Chinesen, der einst in Kessin lebte, und merkt an: „Es ist möglich, dass wir wirklich noch einen haben, aber jedenfalls haben wir einen gehabt; jetzt ist er tot und auf einem kleinen eingewitterten Stück Erde begraben, dicht neben dem Kirchhof.“ (S. 42).  Effi ist zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal in Kessin und hört zugleich die für sie etwas unheimlich anmutende Geschichte. Vor allem die Formulierung „Es ist möglich, dass wir noch einen haben“ bereitet ihr großes Unwohlsein.

Mit ihrer Ankunft in Kessin ist Effi gesellschaftlich fast vollständig isoliert. Ihr Mann kümmert sich kaum um sie. Die Folge: Sie hat des Nachts oftmals Angstzustände. Die Tatsache, dass der von Instetten erwähnte Chinese womöglich noch gegenwärtig sein könnte, gruselt sie zutiefst. Obwohl sie ihn bereits bei der Anreise gebeten hatte, diese Geschichte nicht weiter auszuführen, lässt sich Geert zunächst nicht davon abbringen. Effi weiß jedoch, wie es um ihre Psyche und Fantasie bestellt ist, und befürchtet sogleich Träume und Visionen von einem Chinesen, der ihr im Schlafzimmer begegnen könnte (S. 42f.).

Von diesem Moment an steht der Chinesen-Spuk zwischen Effi und ihrem Mann. Er ist ein Zeichen für den Umgang Instettens mit ihr und symbolisiert gewissermaßen Effis Gefühle. Darüber hinaus ist er immer wieder Gegen...

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