Schachnovelle als Zeitdokument

Spionage und Festnahme

Der Autor verfasste seine Schachnovelle unter dem unmittelbaren Einfluss der zeitgeschichtlichen Ereignisse. Einige historische Tatsachen hat Zweig in seiner

Erzählung dokumentiert: So war seit der Machtübernahme 1933 das Ziel Hitlers darauf ausgerichtet, Österreich und Deutschland zu vereinen. Zu diesem Zweck schleuste er Spione der Gestapo in wichtige Ämter und Funktionen der österreichischen Gesellschaft ein.

Auch Dr. B. berichtet dem Ich-Erzähler von Vorgängen dieser Art: „In jedem Amt, in jedem Betrieb waren ihre sogenannten <Zellen> eingenistet, an jeder Stelle bis hinauf in die Privatzimmer von Dollfuß und Schuschnigg saßen ihre Horchposten und Spione“ (S. 51). Sogar in die Anwaltskanzlei von Dr. B. wird ein „Horchposten“ (S. 52) eingeschleust, der sich als Mitarbeiter Zugang zu wichtigen Informationen verschafft und Dr. B.s Festnahme veranlasst (S. 53).

Dollfuß und Schuschnigg waren österreichische Bundeskanzler. Während Dollfuß infolge eines Putschversuchs durch die Nationalsozialisten ums Leben kam, wurde Schuschnigg bis zum „Anschluss“ Österreichs 1938 sein Nachfolger. Auch diese historische Tatsache macht Zweig zum Thema seiner Novelle. Dr. B. beschreibt seine Verhaftung als „Umstand, dass noch am selben Abend, da Schuschnigg seine Abdankung bekannt gab, und einen Tag, ehe Hitler in Wien einzog, ich bereits von SS-Leuten festgenommen war“ (S. 53).

Hotel Metropol

Das Wiener Hotel Metropol repräsentiert nach dem „Anschluss“ Österreichs die größte Polizeidienststelle der Gestapo. Gleichzeitig dient es den Nazis als Gefängnis für Regimeg...

Der Text oben ist nur ein Auszug. Nur Abonnenten haben Zugang zu dem ganzen Textinhalt.

Erhalte Zugang zum vollständigen E-Book.

Als Abonnent von Lektürehilfe.de erhalten Sie Zugang zu allen E-Books.

Erhalte Zugang für nur 5,99 Euro pro Monat

Schon registriert als Abonnent? Bitte einloggen