Ich-Erzähler

Doppelfunktion des Erzählers

Der überwiegende Teil der Novelle wird aus der Perspektive des Ich-Erzählers geschildert. Der Autor Stefan Zweig hat ihm eine doppelte Funktion zugewiesen: Der Erzähler ist zum einen Berichterstatter und zum anderen gleichzeitig eine wichtige Figur der Schachnovelle.

Der Ich-Erzähler gehört aber auch zu den handelnden Personen, denn er greift mehrfach aktiv in die Handlung ein: Auf dem Schiff macht er durch öffentliche Schachpartien Mirko Czentovic auf sich aufmerksam (S. 21) und arrangiert anschließend die Partien gegen den Weltmeister (S. 46). Außerdem rettet er am Schluss der Novelle Dr. B. aus seinem Fieberwahn, indem er ihn dazu veranlasst, die Partie gegen Czentovic abzubrechen (S. 109). Damit spielt der homodiegetische Erzähler[1] eine bedeutende Rolle in der Geschichte.

Der Erzähler offenbart auch seine persönliche Meinung, indem er Sympathie für Dr. B. (S. 94) zeigt und ihn im Verlauf der Erzählung mehrfach als „Freund“ (S. 101) bezeichnet. Gleichzeitig lässt er seine Abneigung gegenüber Czentovic erkennen und kritisiert mehrfach seinen „kalten Hochmut“ (S. 40). So erfüllt er die Funktion eines Beobachters und Berichterstatters.

Der neugierige und listige Schachamateur

Über die Person des Erzählers erfährt der Leser nur so viel, dass er Österreicher ist (S. 46) und sich gemeinsam mit seiner Frau auf dem Schiff befindet (S. 25). Alter und Aussehen des Ich-Erzählers werden nicht beschrieben. Auch der Grund seiner Reise bleibt unbekannt.

Der Ich-Erzähler ist gebildet und zeigt gute Umgangsformen. Als aufmerksamer Zeitungsleser (S. 8) ist er über die Karriere Czentovics informiert und erzählt dem Leser – ergänzt durch Anekdoten seines Freundes – die Geschichte des Schachweltmeisters (S. 8-18). Der Ich-Erzähler beschreibt sich selbst als Menschen, „für den Neugier in geistigen Dingen immer zu einer Art Passion ausartet“ (S. 24). Vor allem haben ihn zeitlebens „Alle Arten von monomanischen, in eine einzige Idee verschlossenen Menschen“ (S. 19) interessiert.

Aus diesem Grund möchte er den Schachmeister unbedingt persönlich kennenlernen. Da er selbst...

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