Dr. B.

Der zuverlässige Vermögensverwalter

Dr. B. verkörpert eine der beiden Hauptfiguren der Schachnovelle. Er wird ebenso wie alle anderen Personen aus Sicht des Ich-Erzählers geschildert. Er ist Österreicher und entstammt einer hochangesehenen Familie, zu der auch ein Leibarzt des Kaisers gehörte (S. 47).

Dr. B.s Aussehen wird nur ansatzweise beschrieben. Der Leser erfährt, dass Dr. B. ungefähr 45 Jahre alt ist und ein schmales, scharfes und sehr blasses Gesicht besitzt (S. 37). Obwohl er noch recht jung aussieht, gewinnt der Ich-Erzähler den Eindruck, Dr. B. müsse plötzlich gealtert sein. Dafür spricht auch sein weißes Haar (S. 46).

Der Protagonist ist von Beruf Rechtsanwalt und sein Studium hat er mit einer Promotion abgeschlossen, darauf verweist der Doktortitel seines Namens. Gemeinsam mit seinem Vater und später allein leitete er eine Kanzlei, die das Vermögen von Klöstern und Mitgliedern der kaiserlichen Familie verwaltete (S. 49).

Dr. B.s Charakter zeichnet sich durch „strengste Diskretion und Verlässlichkeit“ aus (S. 50). Als Vermögensverwalter muss er die Informationen über das Geld und die Papiere seiner Klienten vertraulich behandeln, was ihm jedoch während der Nazidiktatur nicht mehr gelingt: In die Kanzlei wird durch die Gestapo ein Spion eingeschleust und Dr. B. wird verhaftet und kommt daraufhin in Isolationshaft (S. 52/53).

Schach und Schachvergiftung

Dr. B. berichtet dem Ich-Erzähler von seiner Isolationshaft durch die Gestapo (S. 49-92). Insgesamt ein Jahr wurde er in einem Zimmer des Hotels Metropol festgehalten. Dort war Dr. B. dazu gezwungen, ohne jegliche Ablenkung durch Menschen oder Gegenstände die Leere und das „Nichts“ (S. 57) zu ertragen. Schließlich entdeckt er, während er auf ein Verhör wartet, in der Tasche eines Militärmantels ein Buch und kann es, von der Wache unbemerkt, in seinen Besitz bringen (S. 66-69).

Allein in seiner Zelle stellt Dr. B. fest, dass es sich bei dem Buch um eine Sammlung von Schachpartien handelt, und er beginnt, diese auswendig zu lernen und nachzuspielen. Dies ist seine Strategie, um mit der Einsamkeit und geistigen Leere fertig zu werden. So hat er sich zwar sehr gute theoretische Schachkenntnisse angeeignet, dieses aber in der Realität nie angewendet.  Als...

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