Czentovic

Aussehen und Herkunft

Czentovic verkörpert die zweite Hauptfigur der Novelle und fungiert als Gegenspieler von Dr. B. (siehe Charakterisierung Dr. B.). Gleich zu Beginn der Novelle erwähnt der Erzähler, dass Czentovic als Schachweltmeister sehr prominent ist (S. 7, 8). Auf dem Schiff wird er von Reportern fotografiert (S. 7). Der Protagonist ist vermutlich 21 Jahre alt (S. 18) und befindet sich mit dem Passagierdampfer auf dem Weg zu einem Schachturnier in Argentinien (S. 8).

Czentovics Name klingt südslawisch und ist ein sogenannter Vatersname und bedeutet „Sohn von“. Sein Vorname Mirko ist die Abkürzung von Miroslav. Die zweite Silbe von Miroslav „Slava“ bedeutet übersetzt „Ruhm, Ehre“.

Über das Äußere des Mirko Czentovic erfährt der Leser nur wenig. Der Schachweltmeister hat struppige, strohblonde Haare, rote Wangen (S. 12), eine breite Stirn (S. 9) und „mühsam manikürte Finger“ (S. 17). Der Erzähler berichtet, Czentovic zeige auch als Schachweltmeister noch das Auftreten eines „Bauernburschen“ (S. 17), als der er aufgewachsen ist.

Mirko Czentovic ist der Sohn eines „blutarmen südslawischen Donauschiffers“ (S. 9). Im Alter von zwölf Jahren kommt sein Vater bei einem Unfall ums Leben. Der Sohn wird daraufhin vom Pfarrer aufgezogen (ebd.). Czentovic ist als Kind und Jugendlicher maulfaul und dumm und hat große Schwierigkeiten, Lesen, Schreiben und Rechnen zu erlernen (S. 9).

Der Junge ist nicht besonders intelligent und besitzt nur eine geringe Lernfähigkeit. Zudem leidet er an einem schlechten Gedächtnis: „auch für die simpelsten Unterrichtsgegenstände fehlte seinem schwerfällig arbeitenden Gehirn jede festhaltende Kraft“ (S. 9).

Das teilnahmslose Kind

Czentovics Wesen wird außerdem durch „Langsamkeit“ und „totale Teilnahmslosigkeit“ geprägt (S. 10). Das apathische Kind stellt keine Fragen und zeigt keine Eigeninitiative bezüglich irgendwelcher Aktivitäten (ebd.). Er führt lediglich „gehorsam“ (S. 9) die Anweisungen des Pfarrers aus und hilft diesem im Haushalt.

Aufgrund seiner Trägheit und seines Desinteresses fällt es dem Pfarrer zunächst nicht auf, dass der Junge für eine Sache großes Interesse zeigt, nämlich das Schachspiel. Während der Pfarrer abends gegen den Gemeinderat spielt, „hockte der blondsträhnige Bursche stumm daneben und starrte unter seinen schweren Lidern anscheinend schläfrig und gleichgültig auf das karierte Brett“ (S. 10),

Als der Junge eines Abends eine Partie für den Pfarrer zu Ende spielen darf und überraschend gegen den Gemeinderat gewinnt, erkennt der Pfarrer sein Talent und fördert es nachhaltig (S. 11-15).  In der Nachbarstadt sind die Mitglieder des Sch...

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