Schuld und Scham

Irenes Schuld und Scham

Die neben der Angst dominierenden Gefühle der Hauptprotagonistin Irene Wagner in Stefan Zweigs Novelle „Angst“ sind Schuld und Scham. In der Erzählung sind Schuld und Scham eng miteinander verbunden. Scham ist das Bewusstsein, durch bestimmte Handlungen oder Äußerungen sozialen Erwartungen nicht entsprochen beziehungsweise gegen wichtige moralischen Normen oder Wertvorstellungen verstoßen oder versagt zu haben. Das Gefühl ist mit dem Achtungsverlust vor sich selbst oder vor anderen Menschen sowie ihrer Ablehnung verbunden. Es kann eine quälende Empfindung, aber häufig auch Erröten, Herzklopfen oder das Senken des Blickes auslösen: „Er sah sie an, und sie spürte, wie sie errötete unter seinem Blick.“ (S. 45).

Irene möchte, dass ihr Ehemann Fritz auf keinen Fall von ihrer Affäre mit dem jungen Pianisten Eduard erfährt. Sie lügt ihn konstant an. Als eine unbekannte Frau sie erpresst, bezahlt sie ihr Schweigegeld. Die Erpresserin fordert immer höhere Beiträge von ihr und Irene erkennt zuletzt keinen Ausweg als den Suizid.

Ihr Ehemann Fritz, der von Irenes Ehebruch weiß und hinter der Erpressung steckt, bringt sie mehrmals in der Erzählung in Situationen, in denen sie al...

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