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Sarkasmus

Definition:

Bitterer Hohn, beißender Spott                       

Beispiele:

„Es ist ein köstlicher Kontrast: diese himmlisch stupiden Augen, dieser göttlich einfältige Mund, dieses scharfsinnige griechische Profil, dieser geistige Tod in diesem geistlosen Leib“ (Büchner, Leonce und Lena)

„Und mit der Axt hab ich ihm 's Bad gesegnet“ (Schiller, Wilhelm Tell)

„O Gott - Nein - lauter Freiwillige“ (Schiller, Kabale und Liebe)

 

Sentenz

Definition:

Kurz und treffend formulierter Sinn- oder Denkspruch, der Allgemeingültigkeit beansprucht

Beispiele:

„Feine Leute kommen spät” (Thomas Mann, Buddenbrooks)

„Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ (Schiller, Wilhelm Tell)

„Ein unnütz Leben ist ein früher Tod“ (Goethe, Iphigenie auf Tauris)

„Schönheit ist überall ein gar willkommner Gast“ (Goethe, Die Wahlverwandtschaften)

„Es irrt der Mensch, solang er strebt“ (Goethe, Faust I, Prolog im Himmel)

„Manchmal verliert man eine Schlacht. Aber Frechheit gewinnt am Ende den Krieg“ (Green, Eine wie Alaska)

 

Sprichwort

Definition:

Volkstümliche Weisheit

Beispiele:

„Ja, aus den Augen, aus dem Sinn!" (Goethe, Faust I)

„Weiß doch der Gärtner, wenn das Bäumchen grünt, / Dass Blüt und Frucht die künft'gen Jahre zieren.“ (Goethe, Faust I)

 

Stichomythie (Zeilenrede)

Definition:

Schnelle Wechselrede, Vers für Vers, zwischen mehreren Figuren vor allem in Theaterstücken

Beispiel:

„Ismene: Warm für die Kalten leidet deine Seele.

Antigone: Ich weiß, wem ich gefallen muß am meisten.

Ismene: Könntst du es, doch Untunliches versuchst du.

Antigone: Gewiß! kann ich es nicht, so muß ich's lassen.

Ismene: Gleich anfangs muß niemand Untunlichs jagen“ (Sophokles, Antigone)

 

Syllogismus

Definition:

Zwei aufeinander bezogene Aussagen, die eine Schlussfolgerung erlauben                         

Beispiele:

„Alle Menschen sind sterblich, Sokrates ist ein Mensch, also ist auch Sokrates sterblich“

„Alle Menschen sind gleich. Nehle war ein Mensch. Also war Nehle wie alle Menschen“ (Dürrenmatt, Der Verdacht) (Hier entsteht eine falsche Schlussfolgerung, weil ein der Prämissen falsch ist)

 

Symbol

Definition:

Bildhaftes Zeichen mit allgemeingültiger Aussagekraft       

Beispiele:

Weiße Taube für Frieden

Totenkopf für Tod

Kreuz für Christentum

Wasser für Leben

„Mein Herz ist schwer“ (Goethe, Faust I) (Herz für Gefühl oder Gemüt)

 

Synästhesie

Definition:

Verknüpfung unterschiedlicher Sinneseindrücke oder Empfindungen in einer Begriffseinheit

Beispiele:

„süßer Schall“ (Brentano, Der Spinnerin Nachtlied)

„Glänzender Lieder, Klingender Lauf“ (Brentano, Sprich aus der Ferne)

„Da werden Ihre Ohren Augen machen!“ (Werbung)

„Da pfeift es und geigt es und klinget und klirrt,

Da ringelts und schleift es und rauschet und wirrt,

Da pisperts und knisterts und flisterts und schwirrt“ (Goethe, Hochzeitslied)

 

Synekdoche

Definition:

Ersetzen eines Begriffs durch einen engeren oder weiteren Begriff

Beispiele:

Pars pro Toto (ein Teil steht für das Ganze)

Brot für Nahrung: Sein Brot verdienen.

Dach für Haus: „Seid hoch willkommen unter meinem Dach!“ (Schiller, Wilhelm Tell)

Klinge statt Schwert

Totum pro parte (Generalisierung)

Berlin feiert

Bayern hat gewonnen

Deutschland ist Weltmeister

 

Synonym

Definition:

Bedeutungsgleiche Wörter verschiedener Herkunft

Beispiele:

Erdteil, Kontinent / Konferenz, Besprechung

„ein Vakuum, einen Leerraum“ (Brandt, Rede vom 10.11. 1889)