Charakterisierung Ödipus

Ein beliebter König

König Ödipus ist die Dramen regierende Figur, er ist szenisch fast immer präsent. Er hat nicht nur die quantitativ größten Redeanteile, sondern dominiert die Dialoge auch qualitativ, da er sie vorantreibt.

Im Prologus wird deutlich, dass Ödipus ein Herrscher ist, der bei seinem Volk, den Thebanern, beliebt ist. Da er die Bevölkerung schon in der Vergangenheit vor einigem Unheil bewahrt hat, - man denke nur an die Sphinx, vor der er sie gerettet hat (36), vertraut sie nun erneut auf seine Hilfe und bittet ihn um dieselbige. Ödipus wird von allen der „Berühmte“ genannt und genießt dies offensichtlich auch (8). Zu seinen Untertanen pflegt er ein fast väterliches Verhältnis, denn er spricht sie mit den Worten „O Kinder“ an (12).

Als die Bevölkerung ihre Bitte an ihn richtet und um Hilfe fleht, wird deutlich, dass er bereits kurz zuvor seinen Schwager Kreon nach Delphi geschickt hat, um das Orakel in dieser schwierigen Situation um Rat zu fragen. Diese Tatsache verdeutlicht seine Kompetenz als Herrscher, denn er ist nicht nur dem Volk zugewandt, sondern handelt auch vorausschauend und vertraut auf die Götter.

Ödipus' Beliebtheit innerhalb des Volkes geht sogar so weit, dass ihn der Priester im Prologus als den Besten der Sterblichen (46) und den „Retter“ bezeichnet (48). Er besitzt ein starkes Verantwortungsgefühl gegenüber seinen Untertanen: „Ihr leidet und seid krank, doch keiner unter euch ist derart krank wie ich. Denn euer Leiden leidet ihr, jeder für sich, allein. Doch ich, ich leide für die Stadt, für mich, für dich, für alle“ (28ff.).

Das Orakel...

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